Guter Saisonauftakt für die Kreisleichtathleten

Karl-Ulrich Bopp – 15.05.2018

Beim traditionellen Bönnigheimer Sportfest am Himmelfahrtstag waren unter den zahlreichen Startern auch Athleten aus dem Kreis vertreten. Von der LG Lauter präsentierte sich Speerwerferin Hannah Geiger in blendender Form. Die Fünfzehnjährige warf den 500 Gramm schweren Speer auf die neue persönliche Bestleistung von 38,60m. Sie lag am Ende fast fünf Meter vor ihren Konkurrentinnen und liegt mit dieser Weite derzeit auf Rang vier in Württemberg. Dea Gashi, LG Filstal, entschied das Kugelstoßen, ebenfalls in W 15, für sich, als sie das drei Kilo schwere Gerät auf 11,85m  wuchtete. In der Altersklasse U 20 startete Lisa-Marie Oechsle (LGF) in den Kurzsprints. Mit 12,71sec über 100m kam sie auf Platz sechs – besser lief es im 100m Hürdenlauf, wo sie in 15,18sec Zweite wurde .

In der männlichen Jugend U 20 tastete sich Stabhochspringer Fabian Brummer, LGF, mit einem Sieg bei übersprungenen 4,20m in die noch junge Freiluftsaison. Der Donzdorfer Julius Klaus schaffte mit der Höhe von 1,79m im Hochsprung dieser Altersklasse als Zweiter den Sprung aufs Podest. Über 100m lief er außerdem als Zehnter 11,91sec. Noch schneller war sein Teamkollege Lukas Baumhauer, der in der Altersklasse U 18 über 100m und 200m jeweils neue persönliche Bestzeiten laufen konnte. Die 11,52sec  bescherten ihm Rang fünf, die 23,59sec Rang sieben in den mit fast 30 Teilnehmern stark besetzten Disziplinen. Sein jüngerer Bruder Jonas erlief sich in M14 mit 13,45sec über 100m den dritten Platz. Marvin Pfizenmaier ( LGF) kam im 80m-Hürdenlauf nach 12,52sec als Gesamtvierter ins Ziel .

Schnelle Filstal-Girls holen Landestitel

Karl-Ulrich Bopp – 15.05.2018

Bild: Roland Mäußnest

Bei den Baden-Württembergischen Staffelmeisterschaften im herrlich gelegenen Konstanzer Stadion kannten die Konkurrentinnen in der Altersklasse U 16 die 4x100m-Läuferinnen der LG Filstal am Himmelfahrtstag eigentlich nur von hinten. Mit einer beeindruckenden Leistung gewannen Clairline Liebl, Mia Herrmann, Amelie Frech und Mara Mauser schon den ersten Vorlauf klar in der Klassezeit von 48,66sec ..

Im Finale konnte das Quartett sogar noch zulegen und triumphierte vor Mannheim (49,08sec), Tübingen (49,57sec), der LG Filder (49,60sec), Ludwigsburg (50,13sec) und Ulm (51,14sec). Mit der Zeit von 48,56sec verfehlte die Staffel aus dem Kreis den württembergischen Rekord in dieser Altersklasse zwar um zwei Zehntel, doch war noch keine Staffel in Deutschland in dieser Saison bislang schneller. Im letzten Jahr, so erinnert sich Trainer Roland Mäußnest, wäre man mit dieser Zeit sogar Deutscher Meister geworden. Die zweite Staffel der LG Filstal mit jüngeren Läuferinnen in der Besetzung Sofia Jaschek, Carla Kussmaul, Fannie Liebisch und Lara Brenner schaffte ebenfalls die Endlaufteilnahme. Dort belegte sie in 52,79sec den achten Platz.

Die 3x800m-Staffel der LG Filstal (Lara Brenner, Fannie Liebisch und Sarina Hampel) kam in der Altersklasse U 16 auf einen neunten Rang in der Zeit von 8:12,23min. Das Ausdauertrio U 14 der TSG Eislingen schaffte die gleiche Platzierung. Carolin Staiber, Anna Prinzing und Darina Porsche absolvierten die 2,4 Kilometer in 8:34,03min.

Der Uhinger Max Berner konnte sich mit der Staffel der StG Schorndorf-Waiblingen über 3x800m eine Silbermedaille holen. Sein Team lag in 8:41,70min klar hinter der KSG Gerlingen, die für den Landesmeistertitel 8:23,71min benötigte.

Marathon: Traum platzt in strömendem Regen

Uli Bopp – 02.05.2018

Beim Düsseldorfer Marathon waren die Witterungsdingungen am vergangenen Sonntag alles andere als ordentlich – nämlich sehr bescheiden. Erst gegen Mittag gab es etwas Sonne, sonst hatten alle Athleten, die bereits um 9.45 Uhr gestartet waren, erheblich mit dem zum Teil strömenden Regen zu kämpfen. So ging es auch Thorben Dietz, der sich bis Kilometer 25 in einer größeren Gruppe deutscher Läufer hielt und mit einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 1:08:30 auch gut im Plansoll war. Durch einen Zwischenantritt wurde die Gruppe zwar gesprengt, doch lief es bis Kilometer 32 noch ganz gut bei dem Geislinger. Nach einem heftigen Regenguss kam er allerdings aus dem Rhythmus und plagte sich auf den nächsten Kilometern mit Verkrampfungen in der Oberschenkelmuskulatur. Bei Kilometer 37 war dann ein Weiterlaufen unter diesen Umständen nicht mehr möglich. Dieser Ausstieg fünf Kilometer vor dem Ziel war eine bittere Erfahrung. Jetzt muss der Ausdauerspezialist die Ereignisse vom Wochenende erst einmal verarbeiten. In Düsseldorf gewannen die zwei Kenianer Yegon (2:13:54) und Mutai ( 2:14:08), obwohl sie wegen einer Fehlleitung in der Streckenführung einen knappen Kilometer Umweg laufen mussten. Dritter im Gesamtklassement und Deutscher Meister wurde Tom Gröschel aus Rostock in 2:15:20. Er verpasste jedoch wie alle anderen deutschen Starter die Einzelnorm von 2:14 für die Europameisterschaften in Berlin. Gröschel und weitere Platzierte können sich aber noch Hoffnung auf einen Start im Teamwettbewerb machen, den Thorben Dietz für sich eigentlich auch ins Auge gefasst hatte. Für einen Marathonläufer ist es allerdings nicht möglich, mehrere Starts innerhalb kürzerer Zeitabschnitte zu absolvieren, deshalb muss Dietz die Europameisterschaften abschreiben. Er wird aber weiter hart an seiner Form arbeiten, um in dieser Saison am Ende noch einige gute Bahnrennen zu laufen. Im nächsten Jahr wird dann wieder eine gute Marathonzeit das Saisonziel sein.

Leichtathletik: Zwei Teams schaffen den Sprung aufs Podest

Uli Bopp – 02.05.2018

Bei den Württembergischen Team-Meisterschaften der Aktiven und Jugend U 20 in Balingen war am vergangenen Wochenende die LG Filstal in drei der vier Wettkampfklassen am Start.

Die Frauenmannschaft erkämpfte sich hinter dem TUS Metzingen (4.648 Punkte) und dem SSV Ulm (4.600 Punkte) mit 4.371 Punkten die Bronzemedaille und ließ vier weitere Teams hinter sich. Lena Urbaniak war dabei mit ihrem Kugelstoßergebnis von 16,02m die mit Abstand beste Punktesammlerin des gesamten Teilnehmerfeldes. In den vier Disziplinen (100m, Weitsprung, Kugelstoß und 4x100m-Staffel) punkteten außerdem noch Sarah Geiger mit 5,02m im Weitsprung und 11,21m im Kugelstoßen, Lea Ströhlen mit 13,72sec über 100m und Sina Wieselmann mit 4,82m im Weitsprung sowie 14,15sec im 100m-Lauf. In der Staffel, die mit 52,05sec die drittbeste Zeit erzielte, war außerdem noch Lena Becher mit im Team.

Bei der weiblichen Jugend U 20 mussten die Teams in acht Disziplinen Teilnehmerinnen stellen, von denen die zwei besten in die Wertung kamen. Das LGF-Team schlug sich hier ebenfalls wacker und schaffte den Sprung aufs Podest hinter Ludwigsburg (8.534 Punkte) und Ulm (8.516 Punkte). Für das Filstal- Gesamtergebnis von 8.281 Punkten sorgten vor allem Lisa-Maria Oechsle mit ihrem 100m-Sprint von 12,74sec und dem 100m-Hürdenlauf von 15,65sec. Viel für das Punktekonto tat auch Mandy Münkle mit 1,60m im Hoch- und 5,20m im Weitsprung. In den gleichen Disziplinen schaffte Lina-Sophie Hommel 5,05m und 1,56m. Außerdem warf Elona Kerquota den Speer auf gute 33,89m und Lilli Lindner war im 800m-Lauf  in 2:30,32min vorne mit dabei.

Die Mannschaft der männlichen Jugend U 20 verpasste als viertplatzierte mit 9.247 Punkten das Podest hinter Ludwigsburg (9.788 Punkte), Leinfelden-Echterdingen (9.401 Punkte) und Ulm (9.311 Punkte) nur relativ knapp. Die Leistungen der im Schnitt fast zwei Jahre jüngeren Jungs passte trotzdem. So war Felix Neudeck im Hochsprung mit 1.88m Bester gegen zum Teil drei Jahre ältere Konkurrenten. Zwillingsbruder Oskar übersprang 1,80m und kam im Speerwerfen mit dem für ihn noch ungewohnten 800-Gramm-Gerät auf 52,20m. Diese hervorragende Leistung wurde von keinem älteren Werfer nur annähernd erreicht. Jannis Keller punktete mit dem schweren Speer ebenfalls stark, als er 45,57m weit warf.

Weitere Leistungen:

Weibl. Jugend U 20

100m: Sarah Angelmeier 13,94sec; 800m: Elona Kerquota 3:14,28min; 100m-Hürden: Lina-Sopie Hommel 16,36sec; Kugelstoß: Sarah Angelmeier 10,38m; Elona Kerquota 8,67m; Speerwurf: Lirije-Fjolla Gashi 29,62m; 4x100m-Staffel: Angelmeier / Münkle / Hommel / Oechsle 50,94sec.

Männl. Jugend U 20

100m: Jannis Keller 12,24sec; Leo Hahn 13,47sec; 800m: Samuel Hampel 2.18,53min; Leo Hahn 2:44,12min; 110m-Hürden: Oskar Neudeck 16,59sec; Felix Neudeck 16,64sec; Weitsprung: Felix Neudeck 6,15m; Jannis Keller 6,02m; Kugelstoß: Moritz Stäuber 12,88m; Martin Putz 11,75m; Daniel Hickel 9,78m; Speerwurf Daniel Hickel 40,61m; 4x100m-Staffel: Keller / Neudeck O. / Neudeck F. / Stäuber 47,10sec.

Leichathletik: Berlin fest im Visier

Uli Bopp – 28.04.2018

Der Neu-Geislinger  Ausdauerläufer Thorben Dietz steckt in den letzten seiner akribischen Vorbereitungen auf das erste Hauptevent dieser Saison, den Düsseldorfer Rheinmarathon, der am kommenden Sonntag mit über 16.500 Läufern gestartet wird. Gleichzeitig wird in diesem Lauf die Deutsche Marathonmeisterschaft 2018 ausgetragen, bei der sich Dietz für die Europameisterschaften in Berlin qualifizieren will. Dass er gut in Form ist, hat der Ausnahmeathlet schon bewiesen, als er die uralt-Kreisrekorde von John Schondelmayer  im 10km-Straßenlauf und im Halbmarathon von Venlo/Holland verbesserte. Dort hatte er die 21,1 km als bester Deutscher in 1:05:22 zurückgelegt.

Nun gibt es am Sonntag einen regelrechten Showdown „um 12 Uhr mittags“ für den Geislinger Grundschullehrer. Denn bei einer Startzeit von 9:45 Uhr entscheidet es sich um die Mittagszeit, ob er die Qualifikation von 2:17:00 schafft, die notwendig ist für eine Teilnahme im Marathon-Europa-Cup. Bei diesem in den Berliner Europameisterschaftsmarathon integrierten Teamwettbewerb dürfen sechs deutsche Läufer starten. Für eine der drei Einzelstartberechtigungen muss eine Zeit von 2:14:00 geliefert werden. Für Dietz bedeutet das, dass jeder der zweiundvierzig Kilometer in einer Zeit von mindestens 3:14,8 min gelaufen werden muss. Bei seinem persönlichen Rekord, gelaufen beim Berlinmarathon 2017, blieb die Uhr bei 2:19:20 stehen. Nun drücken viele Mitglieder der Turngemeinde – und nach diesem Artikel hoffentlich  noch mehr Geislinger – die Daumen, dass bei der Bewältigung der schwierigen Aufgabe Wetter, Rennverlauf und Tagesform stimmen.

 

Leichtathletik: Filstäler in Ulm vieldekoriert

Uli Bopp – 24.04.2018
Die U 16-Athleten der LG Filstal betätigen sich bei den Regionalmeisterschaften in Ulm wieder als fleißige Titel- und Medaillensammler. Sie kehrten mit acht Titeln heim.
Bei den Regional-Mehrkampfmeisterschaften U 16 in Ulm holten die Nachwuchsathleten aus dem Kreis in den acht Altersklassen acht Gold-, sechs Silber- und sechs Bronzemedaillen sowie weitere zehn Plätze unter den ersten Fünf.
M 12: Im Vierkampf der Jungen landete Chris Villirillo (LG Filstal) dank guter Sprungergebnisse von 1,40m im Hochsprung und 4,34m im Weitsprung auf Platz drei (1606 Punkte). Teamkollege Collin Hommel wurde mit 1531 Punkten Vierter und hatte im Weitsprung mit 4,16m seine beste Disziplin.
M 13: Hinter Sieger Kevin Wagenblast von der LG Staufen (1764 Punkte) überzeugte der Filstäler Felix Pätzold (1748 Punkte) vor allem mit einem 4,80m-Weitsprung und einem Hochsprung von 1,48m, die ihm im Endklassement die Silbermedaille einbrachten. Teamkollege Lenni Schreitmüller wurde mit 1571 Punkten Fünfter.
M 14: Ebenfalls Vizemeister im Vierkampf wurde Samuel Maurer (LGF/1793 Punkte), der über 100 Meter die Klassezeit von 13,13 Sekunden vorlegte und in den Sprüngen überzeugte (1,52m hoch, 4,64m weit). Nur knapp dahinter lag Jakub Berus (TS Göppingen), der ebenfalls 1,52m hoch sprang und in der Endabrechnung auf 1781 Punkte kam. Cornelius Göser (LGF) patzte im Weitsprung und kam ohne gültigen Versuch auf Platz 7 (1098). Im Neunkampf waren nur wenige Athleten am Start, einige gaben auf, dadurch holte Göser (2765) sogar noch Bronze.
In der Teamwertung U 14 Vierkampf standen mit Pätzold, Villirillo und Schreitmüller am Ende drei LG-Filstal-Mehrkämpfer auf dem Podest ganz oben. Mit der Gesamtpunktzahl von 4925 ließ das Trio den TSV Erbach (4909) und die LG Staufen (4718) überraschend hinter sich.
M 15: Ben Heller (LGF) war mit hervorragenden Einzelleistungen und insgesamt 2035 Punkten der herausragende Mehrkämpfer dieser Altersklasse. Vor allem sein 100m-Sprint (12,03) und sein Weitsprung (5,44m) brachten ihm den Vorsprung vor Max Baur vom SSV Ulm (1946 Punkte) ein. Die Bronzemedaille ging ebenfalls an einen LGF-Athleten; Lukas Broneske kam auf 1877 Punkte.
Mit Heller, Broneske und Maurer gab es in der Teamwertung U 16-Vierkampf den nächsten Titel für die LG Filstal. Mit 5705 Punkten distanzierte sie SSV Ulm (5476) und LG Staufen (4419).
W 12: Die LG Filstal stellte in dieser Altersklasse die deutlich überlegenen Athletinnen, die mit ihrem Dreifach-Erfolg die Erwartungen noch übertrafen. Alanna Stäudle war mit 1762 Punkten (75m-Sprint 10,95; Hochsprung 1,44m) Stärkste des Trios. Ricarda Hommel schnappte sich mit ihrem Hochsprung von 1,44m und einem Gesamtergebnis von 1736 Punkten Silber, gerade noch vor der schnellsten Sprinterin des gesamten Teilnehmerfeldes. Finja Willnich lief 10,86 über 75m und lag nur fünf Punkte hinter Teamkollegin Hommel.
W 14: Hier gab es einen Doppelsieg für die LGF. Carla Kussmaul holte sich im Vierkampf (2070) mit starken Sprungleistungen den Titel. Im Weitsprung wurde ihr weitester Satz mit 4,72m gemessen und im Hochsprung glänzte sie mit überquerten 1,64m. Teamkollegin Amelie Frech sprang 1,56m hoch und sprintete ausgezeichnete 13,18 Sekunden über 100m. Ihre Vierkampfleistung von 2036 Punkten brachten ihr die Vizemeisterschaft ein. Die gleiche Reihenfolge gab es auch im Siebenkampf. Am Ende des zweiten Wettkampftages versuchte Frech (3433) mit einem fulminanten 800m-Lauf von 2:39,30 Minuten alles – Kußmauls Ergebnis von 3478 Punkten war aber nicht zu übertreffen.
W  15: Mit 2052 Punkten kam Mara Mauser von der LGF auf Rang drei im Vierkampf. Ihre meisten Punkte holte sie mit einem 5,16m-Weitsprung. Mit 5,27m sprang Mia Herrmann noch etwas weiter, doch trotz ihres Supersprints von 12,62 über 100 Meter kam sie wegen eines schwächeren Hochsprungs nur auf Rang vier (1997 Punkte). Clairline Liebl knackte ebenfalls die 13-Sekundenmarke über 100m (12,92) und wurde am Ende mit 1977 Zählern Sechste. Besser lief es für sie im Siebenkampf, in dem sie sich auf Rang vier vorkämpfte (3389). Für Mara Mauser ging es ebenfalls weiter nach vorn. Nach sieben Disziplinen konnte sie die Siegerin Jule Müller vom SSV Ulm (3487) nicht mehr einholen, erreichte aber mit einem klasse Hürdensprint von 12,44 Sekunden noch 3487 Punkte, die ihr Platz zwei einbrachten.
Einen weiteren Titel für den Kreis gab es in der Teamwertung U 16-Vierkampf. Kussmaul, Mauser und Frech lagen mit 6158 Punkten 174 Zähler vor dem SSV Ulm und 389 vor ihren Teamkolleginnen Herrmann, Liebl und Brenner. Auch in der Siebenkampfwertung standen Kussmaul, Mauser und Frech ganz oben. Mit 10 398 Punkten verwiesen sie die Ulmerinnen mit 40 Punkten Vorsprung auf Rang zwei. Die LG Filstal II (Liebl, Marchtaler und Rzeznik) wurde mit 9051 Punkten Fünfter.

Leichtathletik: Thorben Dietz pulverisiert Kreisrekord im 10 km Straßenlauf

Uli Bopp – 17.04.2018

Beim Citylauf in Kerschenbroich (Niederrhein) präsentierte sich Thorben Dietz von der LG Filstal wieder einmal in blendender Form.

Im international stark besetzten Elitelauf der Männer, belegte er hinter Sieger Richard Ringer (Friedrichshafen, 29:07min) als zweitbester Deutscher Rang sechs. Für die 10km benötigte er die Zeit von 29:39min, die für den schwierig zu laufenden, kurzen und eckigen Kurs sehr hoch einzuschätzen ist. Mit einem Kilometerschnitt von 2:58,1 lag der Geislinger voll im Plansoll und war im Ziel insgesamt 39 Sekunden schneller als der bisherige Rekordhalter John Schondelmayer vom Sparda Team Adelberg, der im Jahr 2000 auf dem bekannt schnellen Straßenkurs von Bad Liebenzell den bisherigen Kreisrekord von 30:18min aufgestellt hatte. Dietz ließ sich wie die anderen knapp 4.000 Läufer und Läuferinnen von 16.000 Zuschauern und einer begeisterten Stimmung in der 33.000 Einwohner zählenden Stadt anstecken. Es wäre schön, wenn sich beim 17. Geislinger DEE City-Lauf am 22. Juni 2018 ansatzweise ähnliche Dimensionen auftäten!

 

Lena Urbaniak: „Ich bin auf jeden Fall hungrig auf die Sommersaison“

Geislinger Zeitung – Thomas Friedrich – 04.04.2018
Interview Kugelstoßerin Lena Urbaniak kommt aus dem Trainingslager und fokussiert sich auf die Sommersaison. An deren Ende soll die EM-Teilnahme stehen. 
Der Anruf der GZ erreichte Lena Urbaniak kurz vor dem Abflug aus Nikosia, wo die Böhmenkircherin mit den deutschen Kugelstoßern und Diskuswerfern ein zweiwöchiges Trainingslager absolvierte. Die 25-Jährige zieht ein positives Fazit der Hallensaison und freut sich auf die Freiluft-Wettkämpfe, besonders auf die Europameisterschaft vom 6. bis 12. August in Berlin.
Ihre Wintersaison hatte Höhen und Tiefen, was überwog denn für Sie?
Es war eine durchwachsene Saison, von der ich mir insgeheim schon ein wenig mehr erhofft hatte.
Aber es gab auch Glücksgefühle für Sie, oder?
Ich bin bei den Deutschen Hallenmeisterschaften Zweite geworden, damit bin ich mehr als zufrieden. Ich hätte mir aber eine etwas größere Weite ausgemalt als die 16,82 Meter, die ich in Dortmund gestoßen habe.
Dann können Sie mit den 16,73 Metern bei den Winterwurfmeisterschaften im portugiesischen Leiria, mit denen Sie Achte wurden, ebenfalls nicht zufrieden sein.
Na ja, immerhin habe ich mir eine weitere Teilnahme an einem internationalen Wettkampf gesichert. Ich habe dort schließlich Deutschland vertreten, das ist ja auch schon was. Angesichts der Witterungsbedingungen finde ich meine Leistung dort gar nicht so schlecht.
Foto: Ralf GörlitzWas war denn so schlimm?

Es waren elf Grad und Nieselregen, so hatte ich mir einen Wettkampf in Portugal nicht vorgestellt. Da kann ich mit 16,73 Metern schon leben.
Dafür dürften Sie die beiden letzten Wochen auf Zypern versöhnt haben. Wie waren denn die Temperaturen im Trainingslager?
Wir hatten dort immer so zwischen 25 und 28 Grad.An ein oder zwei Vormittagen war es bedeckt, ansonsten trainierten wir immer unter idealen Bedingungen. Es war eine bunte Truppe aus den Bereichen Kugelstoßen und Diskuswerfen, zwei Wochen lang war alles auf die Sommersaison ausgelegt.
In der müssen Sie auf die 16,83 Meter, die Sie als bestes Ergebnis der Hallensaison stehen haben, noch einiges draufpacken. Die Norm für die Europameisterschaft liegt bei 17,50 Metern.
Die Norm ist mir jetzt noch ziemlich wurst. Letztlich entscheidet ja doch die Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften in der dritten Juli-Woche in Nürnberg. Alles, was bis dahin passiert, ist relativ unwichtig. Dort muss ich unter die ersten Drei kommen, nur das zählt.
Die Norm brauchen Sie aber auf jeden Fall, die ist international vorgeschrieben, oder?
Schon, dafür hat man aber fast den gesamten Sommer Zeit. Ich muss nur einmal mindestens Siebzehnfünfzig stoßen und in Nürnberg unter die ersten Drei kommen. Genau genommen reicht sogar ein vierter Platz, da Christina Schwanitz als Titelverteidigerin eine Wildcard für die EM hat. Außer ihr dürfen also bis zu drei weitere Mädels nach Berlin.
Wie geht’s nach der Rückkehr aus dem Trainingslager weiter?
Ich werde erst mal weitertrainieren, Anfang Mai geht’s dann wieder ins Trainingslager, diesmal nach Südtirol. Meinen ersten Wettkampf werde ich wohl so Mitte Mai bestreiten, wo genau, weiß ich noch nicht. Ich bin aber auf jeden Fall hungrig auf die Sommersaison.

Ziel ist das nächste Großereignis
Die Böhmenkircherin Lena Urbaniak von der LG Filstal will am Ende der Sommersaison bei den Europameisterschaften in Berlin in den Kugelstoßring treten. Es wäre die dritte EM-Teilnahme für die 25-Jährige nach den kontinentalen Titelkämpfen in Zürich 2014, wo sie Achte wurde, und Amsterdam 2016. Zudem startete sie 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio. Die EM-Norm steht bei 17,50 Metern, Urbaniaks Bestleistung aus dem Jahr 2016 bei 18,35 Metern.

Leichtathletik: WMF-BKK-Hallenserie, 30. Michelbergiade, Sonntag, 18.03.2018

Jochen Schreitmüller – 18.03.2018

Mit 310 Teilnehmern bildete die 30. Michelbergiade einen tollen Abschluss der LG Filstal-Hallenserie. Kinder von sechs bis dreizehn Jahren wetteiferten begeistert um Sekunden, Zentimeter und Meter.

Durch kleine Riegen und einer immer perfekteren PC-Auswertung, erhielten die Nachwuchs-Leichtathleten kurz nach Wettkampfende ihre Siegerurkunden und die drei Erstplatzierten durften stolz auf dem Siegertreppchen ihre Medaillen in Empfang nehmen. Damit wurde der Wettkampf in der Halle zu einem kurzweiligen und familienfreundlichen Erlebnis. Nach 45 Minuten Wettkampf und anschließender Siegerehrung, blieb noch genügend Zeit für die Bewegungsstation oder eine kleine Kaffeepause für die Eltern. Ein besonderer Vorteil der Hallenwettkämpfe ist dabei der enge Kontakt zu den vielen mitgereisten Eltern, die von der Tribüne aus ganz nahe ihre Schützlinge bewundern und anfeuern können. Ein markantes Kennzeichen in Geislingen waren auch wieder die fliegenden Turbospeere bei den Jugendlichen U 14, die frühzeitig an die Sommerdisziplin Speerwurf heranführen sollen. Sowohl beim Wurf, aber auch beim Hürdensprint über die Klapphürden, gab es bei der U 14 technisch schon hervorragende Leistungen zu bewundern.

Auffallend war diesmal die breite Streuung der Medaillen, 16 der 19 teilnehmenden Vereine waren auf dem ‚Stockerl‘ zu finden. Erfolgreichste Vereine waren die TS Göppingen, die TG Geislingen und der TV Altenstadt mit je acht Medaillengewinnen, gefolgt vom TV Deggingen, dem TGV Holzhausen und dem TV Ebersbach. Den Förderpreis für den teilnahmestärksten Verein gewann einmal mehr der TV Deggingen vor der TG Geislingen.

Ergebnisse Michelbergiade 2018

Einzel
M 7 Punkte
1. Luis Probst TG Geislingen 60
2. Ben Koslowski FSTV Bad Ditzenbach7Gosbach 53
3. Mik Just TSV Schlierbach 52
3. Kenan Küpcü FSTV Bad Ditzenbach7Gosbach 52
M 8
1. Anton Schuhmacher TV Ebersbach 95
2. David Ulrich TV Ebersbach 94
3. Jonas Baur TV Deggingen 90
M 9
1. Mika schmid TSV Bad Boll 83
2. Tom Feifel TSG Eislingen 80
3. Philipp Nill TSV Bad Boll 76
M 10
1. Nico Rudolf SV Lonsee 38
2. David Phleps TG Geislingen 37
2. Mattis Buchholz LG Voralb 37
M 11
1. Jonas Schmid KTT Kuchen 52
2. Devin Özen TG Geislingen 50
3. Mika Himmer TV Altenstadt 47
M 12
1. Chris Villirillo SV Lonsee 40
2. Mathis Nill TSV Bad Boll 38
3. Dennis Rüber TSV Bad Boll 33
3. Felix Hummel TV Ebersbach 33
M 13
1. Felix Pätzold TGV Holzhausen 15
2. Luis Bausch TG Geislingen 11
2. Fabian Köhler TV Altenstadt 11
W 7
1. Cara Weil TGV Holzhausen 109
2. Maria Ruhland TV Deggingen 106
3. Lenya Schneider TV Deggingen 101
W 8
1. Chiara Berger TV Deggingen 111
2. Emma Koslowski FSTV Bad Ditzenbach/Gosbach 105
3. Titzia Renner TS Göppingen 98
W 9
1. Leni Aigner TG Geislingen 95
2. Nadine Hummel TV Ebersbach 92
3. Romy Himmer TV Altenstadt 89
W 10
1. Nell Berbesz TS Göppingen 82
2. Polina Zimenkova FA Göppingen 77
3. Lena Dangelmayer TGV Holzhausen 74
W 11
1. Nina Claus VFL Gerstetten 79
2. Leonore Diether TS Göppingen 70
3. Naemi Maurer TV Altenstadt 67
W 12
1. isabell Frank TS Göppingen 65
2. Nika Frank TS Göppingen 60
3. Ricarda Hommel TV Altenstadt 56
3. Lina Herr TSG Eislingen 56
W 13
1. Renika Pfleiderer TV Altenstadt 32
2. Lara Sarkowski TGV Holzhausen 31
3. Linda Härtle TSG Eislingen 28
Mannschaften
Schüler U 10
1. TSV Bad Boll Schrade, Fischer, Schmid, Nill P.
2. TV Ebersbach Kiforiuk, Ott, Schumacher, Ulrich
3. TV Deggingen Fröger, Stöhrer, Grüttner, Ay
Schüler U 12
1. TG Geislingen Phleps D., Phleps J., Özen, Frantzulis
2. TV Dezgenriet Außerlechneer, Gungi, Gräßle, Härer
3. TV Ebersbach Kirsch, Philipp, Stahl, Ulrich
Schülerinnen U 10
1. TG Geislingen Mutscheller, Seitz, Aigner, Tuana
2. TGV Holzhausen Wiesenfarth, Czechtizky, Ulmer, Schwager
3. TV Altenstadt Himmer, Bolzmann, Mehmetaj, Machulla
Schülerinnen U 12
1. VFL Gerstetten Straub, Gehrandt, Langhans, Claus
2. TS Göppingen berbesz, Diether, Schröder, Hagenlocher
3. TV Altenstadt Maurer, Ehekircher, Randlshofer, Köhler C.
Schülerinnen U 14
1. TS Göppingen Frank N., Peric, Rück, Frank I.
2. TG Geislingen Kohn, Klotz, Aigner, Weishaupt
3. TV Deggingen telci, Baum, Maurer, Biegert

 

Ergebnisse gesamte Hallenserie 17/18

Einzel
M 7
1. Luis Probst TG Geislingen
1. Ben Koslowski FSTV Bad Ditzenbach7Gosbach
3. Pual Gräßle TV Bezgenriet
M 8
1. David Brömmer TV Ebersbach
2. David Ulrich TV Ebersbach
3. Louis Gröning TSV Bad Boll
M 9
1. Mikael schleicher TV Deggingen
2. Mika schmid TSV Bad Boll
3. Tom Feifel TSG Eislingen
M 10
1. Linus Bauer TS Göppingen
2. Malte Lierheimer TS Göppingen
2. Nico Rudolf SV Lonsee
M 11
1. Jonas Schmid KTT Kuchen
2. Devin Özen TG Geislingen
3. Mika Himmer TV Altenstadt
M 12
1. Chris Villirillo SV Lonsee
1. Mathis Nill TSV Bad Boll
3. Dennis Rüber TSV Bad Boll
M 13
1. Felix Pätzold TGV Holzhausen
2. Fabian Köhler TV Altenstadt
3. Lenni Schreitmüller TG Geislingen
W 7
1. Maria Ruhland TV Deggingen
2. Cara Weil TGV Holzhausen
3. Lenya Schneider TV Deggingen
W 8
1. Chiara Berger TV Deggingen
2. Emma Koslowski FSTV Bad Ditzenbach/Gosbach
3. Kaya Kuhr TV Deggingen
W 9
1. Nadine Hummel TV Ebersbach
2. Leni Aigner TG Geislingen
3. Romy Himmer TV Altenstadt
W 10
1. Nell Berbesz TS Göppingen
2. Lena Dangelmayer TGV Holzhausen
3. Lea Schröder TS Göppingen
W 11
1. Maemi Maurer TV Altenstadt
2. Aylin Gümüs FA Göppingen
3. Lara Windelband TSG Eislingen
3. Noreen Eberhardt TV Ebersbach
W 12
1. isabell Frank TS Göppingen
2. Alannah Stäudle TV Altenstadt
3. Ricarda Hommel TV Altenstadt
3. Lina Herr TSG Eislingen
3. Finja Willnich TV Ebersbach
W 13
1. Renika Pfleiderer TV Altenstadt
1. Lara Sarkowski TGV Holzhausen
3. Elisabeth Wallner TV Ebersbach
Mannschaften 
Schüler U 10
1. TSV Bad Boll Schrade, Fischer, Schmid, Nill P.
2. TV Ebersbach Kiforiuk, Ott, Schumacher, Ulrich
3. TV Deggingen Fröger, Stöhrer, Grüttner, Ay
Schüler U 12
1. TG Geislingen Phleps D., Phleps J., Özen, Frantzulis
2. TV Dezgenriet Außerlechneer, Gungi, Gräßle, Härer
3. TV Ebersbach Kirsch, Philipp, Stahl, Ulrich
Schülerinnen U 10
1. TG Geislingen Mutscheller, Seitz, Aigner, Tuana
2. TGV Holzhausen Wiesenfarth, Czechtizky, Ulmer, Schwager
3. TV Altenstadt Himmer, Bolzmann, Mehmetaj, Machulla
Schülerinnen U 12
1. VFL Gerstetten Straub, Gehrandt, Langhans, Claus
2. TS Göppingen berbesz, Diether, Schröder, Hagenlocher
3. TV Altenstadt Maurer, Ehekircher, Randlshofer, Köhler C.
Schülerinnen U 14
1. TS Göppingen Frank N., Peric, Rück, Frank I.
2. TG Geislingen Kohn, Klotz, Aigner, Weishaupt
3. TV Deggingen telci, Baum, Maurer, Biegert

GZ-Bericht über Lena Urbaniak – 21.02.2018

Selbstzweifel haben keine Siegchance
Leichtathletik Leistungssport kostet Kraft und gibt Kraft – je nachdem wie erfolgreich man ist. Kugelstoßerin Lena Urbaniak aus Böhmenkirch greift nach abgeschlossenem Studium wieder an. Von Thomas Friedrich

Die vergangenen vier Monate gingen an die Substanz. Lena Urbaniak hat ihr Studium abgeschlossen und nebenbei noch ihr Trainingsprogramm geschultert. Jeder Tag war „gut durchgetaktet“, die 25-Jährige trainierte vormittags von 8 bis 11, nach dem Mittagessen schrieb sie von halb eins bis fünf an ihrer Bachelorarbeit, ab halb sechs ging’s wieder zum Training.

Das Schlimmste hat sie überstanden, am Montag voriger Woche legte Urbaniak ihre Bachelorarbeit vor und wartet jetzt nur noch auf die Note. Mit dem Bachelor in Internationales Management in der Tasche gilt die Konzentration fortan wieder der sportlichen Karriere. Im August steht die Europameisterschaft in Berlin an, für die Olympiateilnehmerin von Rio 2016 ein „mehr als lohnendes Ziel“. Dafür muss der Beruf noch ein wenig warten, als Angehörige der Bundeswehr kann sie sich das leisten. Bis August steht das Kugelstoßen im Vordergrund, erst Ende des Jahres will sie entscheiden, wie es beruflich weitergeht.

Immer von Olympia geträumt

Die EM im eigenen Land hat Priorität, die Teilnahme an internationalen Meisterschaften war schon immer die Triebfeder für Urbaniaks sportliche Höchstleistungen. Als sie sich mit 14 Jahren aufs Kugelstoßen spezialisierte, hat sie schon „davon geträumt, an großen Meisterschaften und Olympischen Spielen teilzunehmen“. Was einst ganz weit weg war, rückte immer näher. Je besser es in der Jugend mit dem Kugelstoßen geklappt hat, „desto realer wurde der Traum“, sagt die Böhmenkircherin.

Mittlerweile hat sie sich alle Träume erfüllt, war bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie vor zwei Jahren bei Olympia. Aufwachen macht noch keinen Spaß, Lena Urbaniak träumt immer weiter. Jetzt eben von der EM in Berlin. Dafür lohnen sich die Entbehrungen, die sie vor allem in den vergangenen vier Monaten auf sich genommen hat. Für den Leistungssport, das hat sie längst akzeptiert, müsse man eben auf gewisse Dinge verzichten. Ohne Bedauern. Weil ihr der „Sport so wahnsinnig viel zurückgibt“, dass die Rechnung am Ende aufgeht.

Lena Urbaniak im Ring. Als Kugelstoßerin hat sie schon viel erreicht, aber immer noch Träume. Die jeweils nächste internationale Meisterschaft ist ihr großer Antrieb.⇥Foto: Ralf Görlitz

Mit einem klaren Ziel vor Augen – für Lena Urbaniak ist das stets die nächste internationale Meisterschaft – „quält man sich auch durch lästige Trainingseinheiten“, sagt sie. Leistungssport geht manchmal an die Substanz, Erfolge bringen den Kräftehaushalt wieder ins Gleichgewicht. „Sport ist wunderschön – wenn man gewinnt“, sagt die 25-Jährige. In den schönen Momenten gibt der Sport ihr viel Kraft, in den weniger erfolgreichen kostet er welche.

Ehrgeiz und Zielstrebigkeit, die Urbaniak sich selbst attestiert, helfen auf dem Weg zum Ruhm. Zudem profitiert sie nicht erst beim Hangeln zwischen Bachelorarbeit und Training, von ihrem „guten Zeitmanagement“. Schon in der Schule verstand sie es, sich „die Zeit richtig einzuteilen“. Als größtes Pfund nennt sie ihre mentale Stärke. Die meiste Zeit ihrer Karriere hat sie es verstanden, in entscheidenden Wettkämpfen ihre Topleistung zu bringen. Sie schied ganz selten in einer Qualifikation aus.

Nur 2016 verfehlte sie erst bei Olympia in Rio und danach bei der EM in Amsterdam das Finale der besten Zwölf. Und auch da macht sie nicht die Psyche verantwortlich, sie schiebt es auf die vielen Krankheiten und Verletzungen, die dem Saisonhöhepunkt in jenem Jahr vorausgingen. Es waren „zu viele Kleinigkeiten“, mit denen sich ihr Körper „herumschlagen musste“.

Man muss abgebrüht sein

Versagensängste plagen sie nicht. Um auf den Punkt Höchstleistungen zu bringen, muss man von Natur aus „abgebrüht sein“, man könne sich psychische Stärke auch antrainieren. Urbaniak überlässt nichts dem Zufall und arbeitet mit einer Sportpsychologin zusammen Gemeinsam legen sie sich „gewisse Strategien zurecht“, die der Athletin durch den Wettkampf helfen sollen.

Trotz der Enttäuschung von Rio und Amsterdam hat Lena Urbaniak nie einen ernsthaften Gedanken ans Aufhören verschwendet. Auch bei ihr, räumt sie ein, gebe es Phasen, „in denen man alles hinterfragt“. Vor allem, „ob es den Aufwand wert“ ist und man nicht lieber etwas anderes machen solle. Diese Anwandlungen verschwinden schnell wieder. So schnell wie bei ihren Mitmenschen. „Solche Gedanken macht man sich doch auch in jedem Bürojob mal, oder?“, fragt sie. Die Starken lassen dem (Selbst)Zweifel keine Siegchance.

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