Triathlon: Marathonmann nur in den Semesterferien

GZ – Thomas Friedrich – 11.10.2017

Der Degginger Hermann Scheiring hat sich bei seiner Premiere auf der Langdistanz in seiner Altersklasse für den Ironman auf Hawaii qualifiziert.

Für den Ironman nahm er 20 Jahre Anlauf. So lange hat sich Hermann Scheiring von der TG Geislingen schon dem Triathlon verschrieben. Bislang bevorzugte er die kurzen und die mittleren Strecken, jetzt lockte die Aussicht auf Hawaii. Zum Glück treffen sich die Eisernen Männer immer im September oder Oktober.

Zu der Jahreszeit hat Scheiring gerade frei. Der promovierte Erziehungswissenschaftler sucht sich immer nur die großen Wettkämpfe im Herbst raus, weil er da die Semesterferien der PH Ludwigsburg nutzen kann, auch zur Vorbereitung. Der internationale Terminkalender nimmt häufig Rücksicht auf die Belange eines deutschen Hochschuldozenten. Im vergangenen Jahr holte sich der Degginger im Herbst in Österreich den Europameistertitel in seiner Altersklasse der 55- bis 59-Jährigen.

Damals ging’s um die Mitteldistanz von zwei Kilometern Schwimmen, 90 Kilometer Rad und 21,1 Kilometer Laufen. Zuvor hatte Scheiring schon einige WM-Medaillen im Sprint und auf der Olympischen Distanz gesammelt.

Vor 20 Jahren haben Freunde den Mittel- und Langstreckenläufer einfach mal zum Triathlon mitgenommen. Scheiring gefiel’s auf Anhieb, obwohl er sich mit dem für Quereinsteiger üblichen Problem herumschlagen musste: Die Fortbewegung im Wasser war ausbaubedürftig. „Jahrelanges Training“ mit Hans-Joachim Söll haben aus dem Anfänger einen „ganz passablen“ Schwimmer gemacht.

Der sucht jetzt die ultimative Herausforderung für alle Triathleten. Den Ironman „muss man irgendwann mal mitgemacht haben“, sagt Scheiring. Er hat sich erst in diesem Jahr entschieden, es zu versuchen. Der Qualifikations-Wettkampf für Hawaii in Cervia war seine Premiere auf der Langdistanz. In der Toskana gab es in seiner Altersklasse nur zwei Tickets für das Mekka dieser Sportart. Scheiring lieferte Maßarbeit und holte sich Rang zwei.

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Dabei lief er den ersten Marathon seines Lebens. Nicht mal im Training ist er so lange am Stück gelaufen, weil „die Regeneration zu lange dauern“ würde. Auch ohne Erfahrung hat er sich ganz frech 3:30 Stunden zum Ziel gesetzt. Er hat einfach seine Halbmarathonzeiten von meist 1:29 verdoppelt und ein wenig Aufschlag draufgepackt. Heraus kamen exzellente 3:35 Minuten.

 

Scheiring war drei Tage vor dem Wettkampf in Italien, um sich zu akklimatisieren und die Radstrecke kennenzulernen. Dort genoss er die „wunderbare Aussicht“, die er so nur ohne Wettkampfstress erleben kann. Die Flamingos im Salzsee hat er jedenfalls „nur im Training wahrgenommen“, obwohl die am Wettkampftag „bestimmt auch da waren“.

Vorbereitet hat er sich schon zu Hause ausgiebig. In der entscheidenden Phase verbringt der 59-Jährige pro Woche schon mal 500 Kilometer auf dem Rad, läuft 100 Kilometer und schwimmt dreimal fünf Kilometer. Ein bis zwei Ruhetage pro Woche hält Scheiring dabei für „absolut wichtig“. Wobei Ruhetage nicht gleich Ruhe bedeuten. Da stehen dann eben so profane Dinge wie Gymnastik auf dem Stundenplan. In den „Hardcore-Wochen“ vor einem großen Wettkampf besteht das Leben des Hermann Scheiring aus „Trainieren, Schlafen und Essen“. Die Familie kommt in der Phase deutlich zu kurz. Immerhin haben sogar die Enkel schon ihren Frieden mit dem Trainingsplan des Großvaters gemacht. Die Kleinen wüssten schon, was los ist. „Heute ist Opa Radfahren“ oder „heute ist Opa Laufen“, zitiert er die verständnisvollen Aussagen von Kleinkindern.

Die werden ihn auch kommendes Jahr um diese Zeit wieder vermissen. Am 14. Oktober steht der Ironman über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen in Hawaii auf dem Programm. Davor schindet sich der Opa wieder wochenlang in den Semesterferien. Auf der Insel verkehrt sich der Nachteil, den er in der Toskana hatte, in einen Vorteil. Nächstes Jahr wird er 60 und startet auf Hawaii in der Klasse 60-64 als einer der Jüngsten.

Eineinhalb Wochen zur Akklimatisierung will er sich gönnen. Mit Urlaub dranhängen wird’s nichts. Zwei Tage nach dem Wettkampf beginnen an der PH in Ludwigsburg die Vorlesungen. Das Surfbrett kann Scheiring zu Hause lassen. Nicht immer nimmt der Terminkalender der Internationalen Triathlon-Union Rücksicht auf die Belange deutscher Hochschuldozenten.

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Ein Lette schlägt dem Regen ein Schnippchen

Event Mareks Arents ist Sieger der fünften Auflage des Geislinger Stabhochsprung-Meetings. Ständiger Regen hatte den Wettkampf für die Starter zum Glücksspiel werden lassen. Von Jochen Weis

Im vergangenen Jahr war er noch Zweiter, nun hat es beim Geislinger Stab hochsprung- Meeting mit dem ersten Sieg geklappt. Mareks Arents aus Lettland. Rundum glücklich war der 31-Jährige dennoch nicht: „Ich freue mich natürlich riesig über meinen Erfolg“, sagt Arents, „aber mit meiner Leistung bin ich überhaupt nicht einverstanden.“ Im zweiten Versuch hatte er 5,26 Meter übersprungen – und damit bereits die Konkurrenz hinter sich gelassen.

Grund dafür war das schlechte Wetter, das den Wettkampf für alle Starter zum Kampf gegen den Regen werden ließ. Normalerweise nehmen Springer von Arents’ Güteklasse diese Höhe mal eben im Vorbeigehen mit. Zum Vergleich: Tags zuvor hatte er beim Lentos-Jump im österreichischen Linz als Viertplatzierter noch 5,40 Meter gemeistert, im Vorjahr waren es in Geislingen 5,45 Meter gewesen – zehn Zentimeter weniger als beim Sieger 2016, Stanley Joseph aus Frankreich.

Obwohl es sich Arents nun hätte gemütlich einrichten können, ließ er am Samstag in Geislingen noch 5,36 Meter auflegen. „Ich habe ihm gesagt, er muss nicht mehr weitermachen“, erzählt Meeting-Direktor Klaus Täubert, der im Vorfeld des Wettbewerbs eigentlich auf Höhen „im Bereich von 5,60 Meter oder 5,70 Meter“ gehofft hatte, angesichts von Temperaturen um die 14 Grad und Dauer-Geniesel froh war, „dass wir das Springen überhaupt durchziehen konnten“. Für Arents aber war Aufgeben keine Option. „Ich liebe das Springen, ich möchte immer weitermachen so lange es geht“, sagt er, „am Ende war aber einfach nicht mehr drin. Was mir wirklich auch für die Zuschauer leidgetan hat.“

Erstes prominentes Wetter-Opfer war bei der Einstiegshöhe von 5,06 Meter der Leverkusener Karsten Dilla, der zusammen mit seinem Klubkollegen Tobias Scherbarth und dem Norweger Eirik Dolve zum engeren Favoritenkreis gehört hatte: Drei ungültige Versuche, das war’s gewesen in seinem letzten Wettkampf der Saison. „Es ist schon richtig frustrierend, wenn man dafür extra aus Leverkusen anreist. Beim Stabhochsprung wird es bei einem solchen Wetter aber irgendwann gefährlich, da muss man vorsichtig sein“, erzählt Dilla. Grundlegendes Problem: Die Hände sind klamm und feucht, haben am Stab kaum noch Grip. „Dass ich mich so aus der Saison verabschieden muss, ist bitter. Aber wenigstens bin ich ohne Verletzung geblieben.“

Immerhin konnte froh sein, wer schon bei 5,06 Meter in den Wettkampf eingestiegen war: Für Dolve, Marvin Caspari (Leverkusen) und den Linz-Sieger Scott Houston – der US-Boy hatte dort mit 5,50 Meter die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen und hernach spontan in Geislingen angfragt, ob er dort starten dürfe – reichte jeweils ein gültiger erster Versuch für den späteren geteilten zweiten Platz. Lamin Krubally (Landau) bewältigte diese Höhe im zweiten Anlauf, was ihm Platz drei bescherte.

Weitere Springer kamen erst gar nicht in die Wertung: Im verbliebenen Acht-Mann-Feld bei 5,26 Meter – darunter der Franzose Baptiste Boirie und Malte Mohr (Wattenscheid) – war Arents der Einzige, der überhaupt die Latte liegen ließ.

Scherbarth, der wie Boirie und Mohr bei dieser Höhe in den Wettbewerb eingestiegen war, hätte zwar noch die Chance gehabt, sich in den nächsten Durchgang zu stemmen. Nach dem zweiten Versuch brach er aber den Wettkampf ab – eine Vernunft entscheidung, die Verletzungsgefahr war einfach zu groß: Der 32-Jährige startet noch in der Fly-Europe-Serie in Paris (13. September) und Rom (20. September) für Deutschland.

„Ich habe schweren Herzens abgebrochen, in dieser Veranstaltung in Geislingen steckt so viel Herzblut, so viel Arbeit“, sagt Scherbarth, der noch unter der Woche mit 5,60 Meter und Platz zwei beim Domspringen in Aachen ein Ausrufezeichen gesetzt hatte: „Ich hatte mir auf jeden Fall vorgenommen, in Geislingen um den Sieg zu springen. Aber bei einer Freiluft-Sportart spielen die Witterungsbedingungen nun einmal eine große Rolle. Hier hatten wir Gegenwind und Regen, das ist einfach kontraproduktiv.“

Für Mohr, der in München lebt und tags zuvor in Linz mit 5,30 Meter Achter geworden war, hatte der Samstag indes schon chaotisch angefangen: Der 31-Jährige war auf der Autobahn im Stau stecken geblieben, kam gerade noch auf den letzten Drücker in Geislingen an und musste sprichwörtlich kalt in den Wettkampf gehen.

„Ich mach’ das ja jetzt schon ein paar Jährchen, ich kenne auf dieser mobilen Bahn meine Anlaufpunkte und brauche jetzt nicht zwingendermaßen ein Einspringen“, sagt Mohr, „so gesehen war alles in Ordnung. Aber leider hat halt der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da steckt einfach im Hinterkopf, dass es gefährlich ist. Deshalb bin ich da leider etwas zögerlich.“ Nach der verpatzten Premiere in Geislingen – Mohr war erstmals am Start – steht für ihn aber schon fest: „Ich würde im kommenden Jahr gerne wieder dabei sein.“

Allem Sauwetter zum Trotz hatten die 600 Zuschauer – zwei Drittel weniger als in den Vorjahren – am Ende doch noch einen Sprung über 5,50 Meter erlebt: Der Franzose Boirie hatte im Showprogramm des Meetings mit Stab und Elektro-Skateboard diesen Satz gewagt. Dabei schießt er auf seinem Board mit gut 40 Stundenkilometer auf die Stabhochsprung-Anlage zu und wuchtet sich dann in die Höhe.

„Die Idee dazu hatte ich 2012. Ich habe das in Clairmont-Ferrand einfach mal zum Spaß gemacht, damals mit einem ganz normalen Skateboard“, erzählt er: „Danach habe ich gemerkt, dass es mit einem elektrischen Board viel besser geht.“ Die Boards wurden immer größer, die Antriebe stärker, „inzwischen ist daraus ein Extremsport geworden“.

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Starkes Duo pusht LG zum Sieg

Die weibliche U 14 der LG Filstal gewinnt den Landestitel. Zwei weitere LG-Teams holen Silber und Bronze.

Bei den Württembergischen Team-Meisterschaften in Schwäbisch Gmünd waren die drei qualifizierten Mannschaften der LG Filstal äußerst erfolgreich, obwohl mit etwas Glück noch bessere Platzierungen möglich gewesen wären. Die Mädchen U 14 holten sogar den Titel vor der Unterländer LG und der LG Hohenlohe sowie fünf weiteren Teams.

Die 60 Meter Hürden waren die Paradedisziplin, hier punkteten Amelie Frech (9,98 Sekunden) und Carla Kussmaul (10,30) mit persönlichen Bestleistungen mächtig. Dieses Duo war die Stütze der Mannschaft. Frech war im Weitsprung mit einem Satz von 5,10 Metern Zweitbeste aller Teilnehmerinnen. Carla Kussmaul schaffte die gleiche Platzierung im Ballwerfen (47,50 Meter) und meisterte als einzige Teilnehmerin die Höhe von 1,60 Meter im Hochsprung, wobei sie ihre bisherige Bestmarke um sieben Zentimeter nach oben schraubte. Lisa Baumgartner, Sofia Jaschek, Lara Brenner, Lara Sarkowski, Sofia Zachariadis, Madlen Singer, Elena Grünenwald und Alisa Neumann punkteten fleißig mit und wurden ebenfalls mit der Goldmedaille belohnt.

Fast hätten auch die Mädchen U 16 den Titel geholt, nur 40 Punkte fehlten am Ende, um das LAZ Ludwigsburg zu schlagen. Im Hürdenlauf wäre dieser Rückstand am leichtesten aufzuholen gewesen, dort verlor die LG Filstal die meisten Punkte auf den Titelträger. Trotzdem war die Freude über die Vizemeisterschaft groß. Mia Herrmann und Clairline Liebl sprinteten die 100 Meter in 12,73 und 13,06 Sekunden. Herrmann lief außerdem 12,81 über 60 Meter Hürden und sprang 5,02 Meter weit, exakt dieselbe Weite erreichte Teamkollegin Mara Mauser. Clairline Liebl war mit neuer Bestmarke von 5,05m sogar noch etwas stärker. Viele Punkte sammelte auch Lina- Sophie Hommel mit ihrem Hochsprung von 1,60m, Mara Mauser war mit 1,52m ebenfalls stark. Die zweitbeste Weite aller Teilnehmerinnen schaffte Sarah Angelmaier, als sie die Kugel 11,94 Meter weit stieß, Dea Gashi kam auf 11,31m. Außerdem waren noch für das Team erfolgreich im Einsatz: Sara Aileen Hahn, Ann-Sophie Marchtaler, Sarina Hampel, Fabienne Wahler und Lirije-Fjolla Gashi.

Eine Bronzemedaille gab es für die männliche Jugend U 16 hinter der StG Schorndorf-Waiblingen und der LG Filder. Nachdem Top-Athlet Felix Neudeck verletzt im Kugelstoßen nur mit einem Standstoß von 12,92m antrat, mussten die anderen Athleten sich schon mächtig ins Zeug legen, um dieses Handicap auszugleichen. Oskar Neudeck gelang dies nach Wochen intensivster Belastung wie Deutsche Mehrkampfmeisterschaften, Länderkampf, Bundesfinale JtfO und Handballeinsätze perfekt. Mit einem gelungenen Hochsprung von 1,76m, einem Weitsprung von 6,12m und einem fehlerlosen 80m-Hürdensprint in noch nie gelaufenen 11,36 Sekunden war er der Top-Scorer des Teams und des gesamten Teilnehmerfeldes. Die Höchstpunktzahl im Fils­tal-Team erreichte allerdings Kai Schäffner, der seinen Kugelstoßrekord um gut einen Meter auf tolle 14,92m verbesserte. Gut war auch sein Diskuswurf von 36,98m. Constantin Göser war da noch einen Tick besser und schleuderte das Gerät auf 37,76 Meter, nachdem er sich schon im Kugelstoßen mit 12,68m stark präsentiert hatte. Als Fünftbester 800-Meter-Läufer in 2:16,74 Minuten überraschte Marcel Morfoyannis. Mit Tim Fischer, Ben Heller, Valentin Müller, Leo Hahn, Matteo Schmid, Linus Dalitz, Lukas Broneske, Marvin Pfizenmaier und Dennis Grun waren noch neun weitere Athleten in den insgesamt acht Disziplinen am Start.

Weitere Einzelleistungen sind abrufbar unter www.ladv.de

WJ U 14: 1. LG Filstal 6967 Punkte, 2. Unterländer LG 6897, 3. LG Hohenlohe 6874. WJ U 16: 1 LAZ Ludwigsburg 8443, 2. LG Filstal 8404, 3. LG Filder 8273. MJ U 16: 1. StG Schorndorf-Waiblingen 9228, 2. LG Filder 9100, 3. LG Filstal 8973.

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Universiade in Taipeh

Im Handgepäck fliegt eine Menge Frust mit.

Wenn Maximilian Oswald und Lena Urbaniak am morgigen Donnerstag in den
Flieger steigen, der sie von Taiwan zurück nach Deutschland bringt, fliegt eine
Menge Frust im Handgepäck mit. Universiaden in Asien gehören atmosphärisch zu
den unvergesslichen Erlebnissen für an der Uni eingeschriebene Athleten. Die
Erinnerungen an ihr sportliches Abschneiden in Taipeh würden die
Aushängeschilder der TG Geislingen am liebsten in der Hauptstadt Taiwans
zurücklassen..

Max Oswald und Lena Urbaniak schreiben Autogramme, in Taipeh bleiben sie unter ihrem Niveau. FOTO: GZ – STEFAN HINKELMANN

Der für die Wasserfreunde Spandau 04 Berlin startende Oswald hatte sich nach
verpasster Olympia-Qualifikation im Vorjahr für die Schwimm-Wettbewerbe eine Menge
vorgenommen. Über 100 Meter Freistil wollte der Amstetter unbedingt die bei der
Deutschen Meisterschaft geschwommene Zeit von 49,2 Sekunden wiederholen oder gar
unterbieten. Das Unternehmen schlug deutlich fehl. Im Vorlauf schwamm er für ihn
indiskutable 50,35 Sekunden und schied aus. Auf seiner Paradestrecke 50 Meter Freistil
standen 22,4 Sekunden und ein Platz im Finale auf dem Wunschzettel. Heraus kamen
22,86 und das erneute Aus im Vorlauf. So bleibt von seiner Premiere bei einer
Universiade nur das Drumherum in angenehmer Erinnerung. Der Mechatronik-Student hat
die Atmosphäre aufgesaugt, dazu Land und Leute kennengelernt. Und wichtige
Erfahrungen in einem internationalen Wettkampf gesammelt.
Über letztere verfügt Lena Urbaniak (LG Filstal) reichlich. Sie reiste als Titelverteidigerin
an, vor zwei Jahren in Korea hatte sie die Goldmedaille gewonnen und die Kugel erstmals
18 Meter weit gestoßen. Die Böhmenkircherin hatte sich ausdrücklich weder eine
bestimmte Weite noch eine Platzierung vorgenommen, der siebte Platz mit mäßigen
16,72 Metern stand aber so sicher nicht im Plan. Auch für sie war das Drumherum das
Schönste an Taipeh.

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TG Geislingen zehrt von Vorsprung

Der Wechselsprung durch Fahrradreifen fordert volle Konzen­tration.

„Kompliment an das Leichtathletik-Team Schurwald“, lobte Uwe Seyfang, Vorsitzender des Göppinger Leichtathletikkreises. Der Verein hat das Finale der Knirpse- und Bambiniliga minutiös mit völlig neuen Einzeldisziplinen für die Bambini (U 10) und dem obligatorischen Dreikampf für die Knirpse (U 12) vorbereitet. Die Nachwuchs-Athleten belohnten den Aufwand mit ansehnlichen Leistungen.

Klarer Gesamtsieger bei den Knirpsen war der TSV Bad Boll, der mit seinem Tagessieg mit 6815 Punkten noch ein dickes Pfund auf die Gesamtführung draufsetzte, als einziges Team mit 20 845 Zählern über die 20 000er-Grenze kam und den TV Altenstadt (19 509) sowie den TV Ebersbach (18 645) auf die Plätze verwies.

Einmal mehr Tagesbester, wie an allen Ligatagen, war Mattis Nill vom TSV Bad Boll mit 1190 Punkten vor Teamkollege Dennis Rüber (1110) und Collin Hommel vom TVA (1100). Stärkstes ­Mädchen war Ricarda Hommel (TV Altenstadt) mit 1060 Punkten vor Finja Willnich (TV Ebersbach/1045) und Alannah Stäudle (TVA/1005).

Die Bambini mussten wegen des vom WLV verordneten Dreikampfverbotes in alternativen Disziplinen, Wechselsprung, Drehwurf mit Fahrradmantel und 40- und 20-Meter-Sprint antreten. Obwohl die Turnerschaft Göppingen als überraschender Tagessieger mit 6105 Punkten klar vor dem TV Ebersbach (5765) und dem TSV Bad Boll (5495) glänzte, schnappte sich die von ihrem Vorsprung zehrende TG Geislingen mit nur 5465 Tageszählern den Sparkassen-Cup.

Tabelle Knirpse: 1. TSV Bad Boll (6815 Tagespunkte) 20845; 2. TV Altenstadt (6520) 19 509; 3. TV Ebersbach I (5970) 18 645; 4. TS Göppingen I (5750) 18 125; 5. LAT Schurwald I (5620) 17 875; 6. TSG Eislingen I (5540) 17275; 7. TG Geislingen (4895) 17 120; 8. TV Wangen (5025) 15 675; 9. TSV Kuchen/TGV Holzhausen (4535) 15 256; 10. TSG Eislingen II (4400) 14 815; 11. LAT Schurwald II (4235) 14 117; 12. TS Göppingen II (4195) 14 065; 13. TV Ebersbach II (4170) 13 968; 14. FA Göppingen (3210) 13 226; 15. LG Voralb (3795) 11 966.
Bambini: 1. TG Geislingen I (5465) 16 391; 2. TS Göppingen I (6105) 16 330; 3. TSV Bad Boll I (5495) 16 231; 4. TV Ebersbach I (5765) 16 228; 5. TV Altenstadt (4680) 14 472; 6. LAT Schurwald I (4595) 14 346; 7. TGV Holzhausen I (4485) 14 167; 8. TSG Eislingen (4190) 13 543; 9. TV Wangen I (3365) 12 351; 10. TV Wangen II (3300) 12 016; 11. TV Ebersbach II (2820) 11 333; 12. FA Göppingen (3040) 10 075; 13. TS Göppingen II (2810) 8835; 14. LG Voralb I (0) 6810; 15. TSV Bad Boll II (0) 5010; 16. TG Geislingen II (0) 3895; 17. LAT Schurwald II (810) 3186; 18. TGV Holzhausen II (2780) 2780; 19. LG Voralb II (0) 1436.

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TG Geislingen zehrt von Vorsprung Leichtathletik 185 Kinder kämpften beim Finale der Knirpse- und Bambiniliga.

Die Pokale holten TSV Boll und TG Geislingen.

„Kompliment an das Leichtathletik-Team Schurwald“, lobte Uwe Seyfang, Vorsitzender des Göppinger Leichtathletikkreises. Der Verein hat das Finale der Knirpse- und Bambiniliga minutiös mit völlig neuen Einzeldisziplinen für die Bambini (U 10) und dem obligatorischen Dreikampf für die Knirpse (U 12) vorbereitet. Die Nachwuchs-Athleten belohnten den Aufwand mit ansehnlichen Leistungen.

Klarer Gesamtsieger bei den Knirpsen war der TSV Bad Boll, der mit seinem Tagessieg mit 6815 Punkten noch ein dickes Pfund auf die Gesamtführung draufsetzte, als einziges Team mit 20 845 Zählern über die 20 000er-Grenze kam und den TV Altenstadt (19 509) sowie den TV Ebersbach (18 645) auf die Plätze verwies.

Einmal mehr Tagesbester, wie an allen Ligatagen, war Mattis Nill vom TSV Bad Boll mit 1190 Punkten vor Teamkollege Dennis Rüber (1110) und Collin Hommel vom TVA (1100). Stärkstes Mädchen war Ricarda Hommel (TV Altenstadt) mit 1060 Punkten vor Finja Willnich (TV Ebersbach/1045) und Alannah Stäudle (TVA/1005).

Die Bambini mussten wegen des vom WLV verordneten Dreikampfverbotes in alternativen Disziplinen, Wechselsprung, Drehwurf mit Fahrradmantel und 40- und 20-Meter-Sprint antreten. Obwohl die Turnerschaft Göppingen als überraschender Tagessieger mit 6105 Punkten klar vor dem TV Ebersbach (5765) und dem TSV Bad Boll (5495) glänzte, schnappte sich die von ihrem Vorsprung zehrende TG Geislingen mit nur 5465 Tageszählern den Sparkassen-Cup. ⇥Rolf Bayha

Tabelle Knirpse: 1. TSV Bad Boll (6815 Tagespunkte) 20845; 2. TV Altenstadt (6520) 19 509; 3. TV Ebersbach I (5970) 18 645; 4. TS Göppingen I (5750) 18 125; 5. LAT Schurwald I (5620) 17 875; 6. TSG Eislingen I (5540) 17275; 7. TG Geislingen (4895) 17 120; 8. TV Wangen (5025) 15 675; 9. TSV Kuchen/TGV Holzhausen (4535) 15 256; 10. TSG Eislingen II (4400) 14 815; 11. LAT Schurwald II (4235) 14 117; 12. TS Göppingen II (4195) 14 065; 13. TV Ebersbach II (4170) 13 968; 14. FA Göppingen (3210) 13 226; 15. LG Voralb (3795) 11 966. Bambini: 1. TG Geislingen I (5465) 16 391; 2. TS Göppingen I (6105) 16 330; 3. TSV Bad Boll I (5495) 16 231; 4. TV Ebersbach I (5765) 16 228; 5. TV Altenstadt (4680) 14 472; 6. LAT Schurwald I (4595) 14 346; 7. TGV Holzhausen I (4485) 14 167; 8. TSG Eislingen (4190) 13 543; 9. TV Wangen I (3365) 12 351; 10. TV Wangen II (3300) 12 016; 11. TV Ebersbach II (2820) 11 333; 12. FA Göppingen (3040) 10 075; 13. TS Göppingen II (2810) 8835; 14. LG Voralb I (0) 6810; 15. TSV Bad Boll II (0) 5010; 16. TG Geislingen II (0) 3895; 17. LAT Schurwald II (810) 3186; 18. TGV Holzhausen II (2780) 2780; 19. LG Voralb II (0) 1436.

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Stark in Diensten Württembergs

Mia Herrmann läuft auf Platz vier. Foto: Rolf Bayha

Ein weiterer Höhepunkt in der späten Leichtathletiksaison war für drei Jugendliche von der LG Filstal der Einsatz beim Ländervergleich von Württemberg, Bayern und Hessen. Für Felix und Oskar Neudeck kam die Nominierung nicht überraschend, Mia Herrmann dagegen freute sich richtig über ihren ersten Länderkampf-Einsatz.

In Vöhringen kam es jedoch anders als geplant. Felix Neudeck hatte sich am Tag zuvor im Handballtraining am rechten Sprunggelenk verletzt und fiel aus. Zwillingsbruder Oskar musste im Stabhochsprung für Felix einspringen und dafür auf das Speerwerfen verzichten. Er hat die Umstellung gut verdaut und holte mit einem Sprung über 3,80 Meter den Sieg und die maximale Punktzahl für Württemberg. Im Hochsprung meisterte er 1,73m und wurde aufgrund der Fehlversuchsregel Vierter, höhengleich mit dem Zweiten. Am Ende gewann Bayern mit 103,5 Punkten klar vor Hessen (97,5) und Württemberg (96). Mit Felix Neudeck wäre mehr drin gewesen. Mit Kai Schäffner (LG Filstal) fehlte zudem auch der Dritte der Deutschen Meisterschaft im Speerwerfen wegen einer Terminüberschneidung.

Bei den Mädchen U 16 war das hessische Team superstark und schaffte mit 119 Punkten einen klaren Sieg vor Württemberg (98) und Bayern (73) Punkte. Mia Herrmann lief als schnellste Württembergerin mit 12,87 Sekunden über 100 Meter die viertbeste Zeit aller Teilnehmerinnen. Im Weitsprung wurde sie mit 5,02 Metern Fünfte.

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Fehlender Leistungsgedanke, fehlendes Ansehen Leichtathletik

Den Sport plagen Nachwuchssorgen. Ein gesellschaftliches Problem, sagt Richard Spiegelburg.

Geislingen. Beim Geislinger Stabhochsprung-Meeting wurde ein Problem offensichtlich, das nicht nur diese eine Sparte plagt: Zwischen den Arrivierten, den alten Hasen, und dem Nachwuchs klafft eine Lücke: Tobias Scherbarth ist 32, Malte Mohr 31, Karsten Dilla 28 – ebenso alt die aktuelle deutsche Nummer eins, Raphael Holzdeppe. Lamin Krubally und Gordon Porsch als Vetreter der Jung en zählen 22 Lenze, sind aber noch ein ganzes Stück weit entfernt von internationaler Klasse.

„Im deutschen Männer-Stabhochsprung klafft eine kleine Lücke“, bestätigt auch Richard Spiegelburg, Trainer von Silke Spiegelburg sowie bei der LG Filstal, die in Felix und Oskar Neudeck (beide TGV Holzhausen) zwei der größten deutschen Talente in ihren Reihen hat. „Wir haben aktuell zu wenig, was von unten nachrückt und drückt“, sagt Spiegelburg: „Ich hoffe aber mal, das ist nur ein kleines Tief, das sich wieder gibt.“

Beschwören will es der 40-Jährige allerdings nicht. „Das Problem betrifft nicht nur den Stabhochsprung und die Leichtathletik, man kann es auf alle olympischen Sportarten beziehen.“ Die Gesellschaft sei nicht mehr so sportbegeistert wie früher – und zwar in dem Sinne, selbst Sport zu treiben. „Da gibt es noch die Trendsportart Fußball, zu der die Leistungswilligen hingehen. Da bleibt dann nicht mehr viel übrig für die anderen Sportarten.“

Allerdings ist Spiegelburg weit davon entfernt, König Fußball an den Pranger zu stellen, ihm die ganze Malaise im Sport anzuhängen. „Die Frage ist doch vielmehr: Wie kann man den Leistungssport im allgemeinen – sofern man es denn will – wieder mehr fördern?“, sagt er

Da sieht er die gesamte Gesellschaft in der Pflicht, allen voran die (Bildungs-) Politik und in der Folge die Schulen. „Sport muss in der Schule wieder besser etabliert werden. Es fehlt meiner Ansicht nach der Leistungsgedanke, im Sportunterricht wird er immer mehr herausgenommen. In anderen Fächern ist das undenkbar.“

Ein weiteres Problem: „Leistungssport ist in der westlichen Welt nicht mehr so angesehen“, betont Spiegelburg: „Man sieht es schon an den olympischen Spielen. Welche westliche Gesellschaft möchte überhaupt noch diese Spiele austragen?“ Auch Hamburg und München hätten nach Bürgerentscheiden auf ihre Bewerbungen verzichtet. Spiegelburg: „Und für das, was nicht angesehen ist, gebe es nun einmal weniger Sponsoren und damit weniger Geld.“ ⇥Jochen Weis

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