Handball Männer: Heimsieg zum 2. Advent

Handball Männer: Heimsieg zum 2. Advent

Fabian Kotas – 09.12.2018

Die erste Mannschaft der TG Geislingen musste gegen den Lokalrivalen TSV Süßen 2 punkten, um weiterhin der Favoritenrolle gerecht zu werden. Geislingen konnte erfolgreich mit 28:13 Toren gewinnen.

Das Spiel begann gegen den TSV Süßen 2 eher untypisch für den Beginn eines Handballspiels. Gleich zwei Geislinger wurden im Angriff kurz gedeckt, sodass Geislingen in einer ungewohnten Angriffsformation spielen musste. Daher dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis der erste Geislinger das Führungstor in der 4. Minute warf. Der Ball kam allmählich ins Rollen und Moser zwang die Gegner zur Auszeit mit seinem Kontertor in der 8. Minute. Die Geislinger ließen sich durch diese kurze Spielunterbrechung nicht aus der Fassung bringen und erzielten weiter Tore. Nicht nur die Abwehr der Gastgeber stand wie eine Mauer da, sondern auch der Torhüter Ströhle. Er hielt in der 16. Minute einen Siebenmeter und den darauffolgenden Nachwurf ebenfalls. Eine starke Torhüterleistung!

Wagner warf das letzte Tor in der ersten Halbzeit und die Mannschaften gingen mit einem 16:7 in die Kabinen. Die Teambesprechung seitens der TG fiel eher nüchtern aus, denn es hat einfach alles gepasst und alles andere wäre Meckern auf einem sehr hohen Niveau gewesen.

Die zweite Halbzeit begann eher verhalten und der TG hat es scheinbar gereicht, mit neun Toren im Schnitt zu führen. Zwischen der 36. Minute und der 44. Minute fiel kein einziges Tor. Frey konnte erfolgreich einen Siebenmeter halten, doch der Angriff nutze dies nicht, um seinen Vorsprung weiter auszubauen. Das Trainergespann Lohse, Neuburger und Schreitmüller nahm daher umgehend die Auszeit. Die TG trat danach motivierter auf das Spielfeld und das Trio Eilhoff, Zernickel und Sirin konnte den Vorsprung etwas weiter ausbauen. Rosenfeld konnte erfolgreich zu seinem Einstand bei den Aktiven ein Tor in der 55. Minute werfen. In den letzten Minuten des Spiels konnte die TG noch das ein oder andere Tor erzielen.

Das Spiel war zusammengefasst ein Spiel, welches die TG frühzeitig, trotz einer Manndeckung, für sich entscheiden konnte. Ein sehr starkes Abwehrspiel und zwei motivierte Torhüter ließen gerade einmal 13 Tore zu.

Das Spitzenspiel erwartet die TG am kommenden Sonntag, denn die Geislinger müssen gegen die ebenfalls ungeschlagene SG Hofen/Hüttlingen 5 antreten.

Es spielten: Alexander Frey (TH), Nico Ströhle (TH), Maximilian Wagner (2), Tobias Moser (1), Jan Schneider (1), Tobias Grüner (1), Stefan Schneider, Muhammed Sirin (3), Peter Geiselmann, Benedikt Eilhoff (4), Pascal Rosenfeld (1), Nico Zernickel (7/4), Fabian Kotas (8)

Eisenbieger besichtigten Urzelle der Stadt

Jörg Schneider – 05.12.2018

Das „Outfit“ des ALTEN ZOLL als markantem Gebäude – einem Zeugnis mittelalterlicher Holzbaukunst – ist ja bekannt, seit es um 1495 an Stelle eines früheren von den Grafen von Helfenstein errichteten Zollgebäudes erbaut wurde. Aber wie sieht die Baustelle jetzt innen aus, seit es die Stadt 2008 von privat erworben hat und es jetzt zu einem Bürgerhaus umbaut? Diese Frage interessierte die TG-Sportgruppe und hatte in Frau Astrid Köpf, Fachbereichsleiterin Bauverwaltung der Stadt Geislingen, eine kompetente Führerin bei der Besichtigung. Dies ermöglichte einen Einblick in eine Welt, die Vergangenheit und Gegenwart eng miteinander verbindet. Wie Frau Köpf erwähnte, wurde zuerst eine sog. digitale Bauaufnahme durchgeführt. Auf deren Grundlage konnte unter anderem eine detaillierte Schadensanalyse des Gebäudes erfolgen. Bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes kommt es immer wieder zu unerwarteten Entdeckungen. So auch beim Alten Zoll: nach dem behutsamen Entfernen von verschiedensten Schichten und Materialien, welche im Laufe der Jahrhunderte eingebaut oder aufgetragen wurden, entdeckten die Restauratoren eine 13 Meter lange, komplett aus Tannenholz bestehende Bohlenwand, die wohl ursprünglich im Jahr 1511 als Trennwand im Erdgeschoss eingebaut wurde. Das Besondere daran ist der gute Zustand und die Länge, mit einer Vielzahl von noch erkennbaren Farbschichten auf dem Holz. Um diesen Fund der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen, ist es angedacht, diese beidseitig mit vorgehängten Glaselementen zu sichern.

Im Rahmen des Rückbaus kamen schädliche Eingriffe in der tragenden Konstruktion zum Vorschein, durch welche die Statik des Gebäudes teilweise erheblich beeinträchtigt wurde. Hier musste sofort z.B. mittels Notabsprießungen reagiert werden. Zudem traten massive Probleme im Bereich der Gründung zu Tage. Diese machten erkundende Bohrungsarbeiten, um Aufschluss über die Bodenverhältnisse zu bekommen, notwendig. Die umfangreichen Sanierungsaufgaben sind bei diesem Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung untrennbar mit der denkmalpflegerischen Begleitung verknüpft, fließen doch auch erhebliche Fördermittel aus Töpfen verschiedener Denkmalstiftungen. Hierbei lässt sich wiederum die Besonderheit und der Stellenwert dieses Gebäudes in denkmalpflegerischen Kreisen ablesen. Beim Rundgang durch die einzelnen Stockwerke erläuterte Frau Köpf die jeweils notwendigen Restaurierungsarbeiten.

Das 1. OG erfuhr im 19. und 20.Jahrhundert bauliche Veränderungen, was sich teilweise an noch vorhandenen Wänden/Verkleidungen und Türen ablesen lässt. Diese zeitliche Epoche wird aus baulicher Sicht so erhalten.

Die spätere barrierefreie Nutzung ist mit einem Aufzug bis zum 2. OG möglich, während drei Stockwerke und das Dachgeschoss ungenutzt bleiben. Das vorhandene Treppenhaus im Bereich des Zollstocks sei noch im Originalzustand und konnte größtenteils – unter Einbeziehen der Belange des Brandschutzes – noch verwendet werden.

Ein neues Dach wird wohl in Betracht kommen müssen. Auf die Frage, ob das Gesamtprojekt mit dem bisher veranschlagten Kostenrahmen von 6,1 Millionen Euro finanziert werden kann, erwiderte Frau Köpf: „Wir hoffen es!“

Am Ende der guten Führung waren sich die Eisenbieger einig, einem etwa 523 Jahre alten Zeitzeugen mit den Spuren von Kunst und Historie ins Herz geschaut zu haben.

Da die voraussichtliche Fertigstellung im Jahre 2021 erfolgen soll, bemerkte einer aus er Sportgruppe: „Dann haben wir unser Geislingen 21“

Handball Männer: TG Geislingen erkämpft vier Punkte

Fabian Kotas – 04.12.18

Gleich beide Mannschaften der TG Geislingen hatten am Sonntag die Chance, den Punktevorsprung in der jeweiligen Liga auszubauen. Es galt für die Teams aus Geislingen, die zweite und dritte Handballmannschaft aus Aalen/Wasseralfingen zu bezwingen.

Das erste Spiel bestritt die TG Geislingen 2 gegen die HG Aalen/Wasseralfingen 2.

Zu Beginn des Spiels tasteten sich beide Mannschaften an den jeweiligen Gegner heran und es konnten auch beide Mannschaften ein Tor erzielen. In der 5. Minute warf Nico Zernickel die TG in Führung, die fortan nur noch den Geislingern galt. Weitere Tore durch das Außenduo Königer und Paulovits zwangen den Gegner bei einem Spielstand von 2:6 die Auszeit zu nehmen. Diese zeigte keinerlei Wirkung gegen die TG und so konnte beispielsweise Robin Scheck fünf Minuten nach der genommenen Auszeit drei Tore für seine Mannschaft erzielen. Nachdem der Gegner nochmals in der 19. Minute auf vier Tore heran gekommen war, legte die TG einen Zahn zu, sodass es zur Halbzeit 9:18 stand.

Während der Halbzeitpause wies uns Coach Lohse darauf hin, nicht zu überheblich zu werden, denn der Gegner werde sich jetzt gegen uns noch vehementer wehren als zuvor.

Mit vollem Elan traten die Jungs erneut auf das Feld und spielten in der zweiten Halbzeit mehr zusammen denn je. Die Gegner erzielten während der zweiten Halbzeit gerade einmal sieben Tore, was für eine sehr gute Torhüterleistung und einen guten Abwehrverbund spricht. Außerdem konnte durch spielerisches Miteinander im Angriff, sich fast jeder als Torschütze betiteln. Letztendlich gewann die TG Geislingen 2 gegen Aalen/Wasseralfingen 2 mit 16:34.

Das zweite Spiel zwischen der TG Geislingen 1 und der HG Aalen/Wasseralfingen 3 war hingegen eine wahre Zitterpartie bis zur letzten Minute!

Die Gastgeber zwangen der TG Geislingen ein schnelles Handballspiel auf, um einigen Spielern aus dem vorherigen Spiel die letzten Energiereserven zu rauben. Dies gelang ihnen auch mit Erfolg und so stand es zur 5. Minute 3:1 für die Gastgeber. Nur mit höchster Mühe und etwas Glück, schaffte es die TG irgendwie bis zur 23. Minute mitzuhalten, sodass die Gastgeber eine Auszeit nahmen. Nico Zernickel erzielte danach zwei schnelle Tore hintereinander und Stephan Jacobs holte kurz vor dem Halbzeitpfiff eine 2-Minuten-Strafe gegen den Gegner heraus.

Während der Halbzeitpause hat man vor allem versucht, sich trotz körperlicher Beschwerden zu motivieren, um in den letzten 30 Spielminuten das Spielfeld als Sieger verlassen zu können. Leider nutzte die TG die Überzahlsituation nach Anpfiff der 2. Halbzeit kaum aus. In der 35. Minute stand es 14:14 und von da an nahm der Handballkrimi seinen Lauf. Die TG warf ein Tor und darauf folgend kam als Antwort seitens der Gegner regelmäßig das Gegentor. In der 44. Minute schaffte es die TG, sich einen kleinen Torvorsprung von zwei Toren aufzubauen. Aalen/Wasseralfingen musste die Auszeit nehmen. Beim Stand von 21:22 in der 52. Minute, merkte man der jungen Truppe an, dass sie zunehmend nervöser geworden war. Maximilian Wagner, Stephan Jacobs und Stefan Schneider waren in der Hinsicht erfahrener und wussten, was zu tun ist. Daher stand es in der 54. Minute 21:24 für die TG und der Gastgeber nahm seine letzte Auszeit. Er versuchte die Spieler Fabian Kotas und Nico Zernickel kurz zu decken, wodurch erneut Stephan Jacobs und Stefan Schneider ihr handballerisches Können zeigen konnten. Zwei Würfe, zwei Lattentore und der Krimi war beendet!

Die TG gewann erneut gegen die HG Aalen/Wasseralfingen mit 23:27 und steht somit in beiden Staffeln ungeschlagen an der Tabellenspitze.

Nach dem Spiel wurde erstmal nicht an das nächste Spiel gedacht. Die Geislinger ließen den ganzen Spieltag in Aalen auf dem schönen Weihnachtsmarkt Revue passieren.

Es spielten für die TG Geislingen 2:

Robin Endler (TH), Nico Ströhle (TH) (1/1), Andreas Königer (1), Anton Schwendemann (1), Florian Paulovits (8), Stephan Jacobs (2), Tobias Moser (5), Tobias Böhringer, Robin Scheck (5), Tobias Grüner (1), Markus Geiselmann (1), Nico Zernickel (4), Fabian Kotas (5)

Es spielten für die TG Geislingen 1:

Robin Endler (TH), Alexander Frey (TH), Stephan Jacobs (1), Till Lohse, Maximilian Wagner (3), Jan Schneider, Tobias Grüner, Stefan Schneider (3), Muhammed Sirin, Finn Urbaniak, Peter Geiselmann (1), Benedikt Eilhoff, Nico Zernickel (12/2), Fabian Kotas (7)

* In beiden Spielen sind eventuelle Fehlstatistiken enthalten.

 

 

Handball: Jugendmannschaften vom 01./02.12.2018

Jochen Schreitmüller – 03.12.2018

Württembergliga

Eine deutliche Steigerung zur Vorwoche zeigte die weibliche B-Jugend der TG Geislingen beim 36:22 Heimsieg gegen die Spvgg Mössingen. Sichtbar wurde dies vor allem beim Spiel über den Kreis, wo Nina Blessing insgesamt zu sieben Torerfolgen kam. Aber auch neben den Toren aus der Nahwurfzone, glänzten Kaja Ehrhardt und Kim Bauder in diesem Spiel mit sehenswerten Rückraumtreffern. Auch die Defensive hatte die drei starken Rückraumspielerinnen des Tabellenletzten, von denen eine permanente Torgefahr ausging, bis auf wenige Situationen gut im Griff.

Nach der schnellen 8:2 Führung in der zwölften Minute, schaltete allerdings Geislingen zu früh einen Gang zurück. Die Gäste kamen deshalb zu einfachen Toren und konnten bis zum Seitenwechsel den Sechs-Tore-Abstand halten.

Die Pausenansprache schien genutzt zu haben, denn nach fünf Minuten baute die TG den Vorsprung auf 20:11 aus. Die Gäste gaben sich zwar nie geschlagen, hatten aber oft leichte Ballverluste zu verzeichnen, die Geislingen sofort in schnelle Kontertore umwandelte. Am Ende stand ein verdienter 36:22 Erfolg zu Buche. Damit kommt es am nächsten Wochenende zum Spitzenspiel Zweiter gegen Dritter, wenn Geislingen den TV Weingarten empfängt.

Landesliga

Eine weitere Steigerung im spielerischen Bereich zeigte die weibliche C-Jugend der TG Geislingen in der Landesliga gegen den TV Kornwestheim. Allerdings verlor die Mannschaft von Trainer Nico Zernickel und Marie Zachariadis äußerst unglücklich mit 19:20 Toren und bleibt damit weiterhin sieglos. Möglichst lange dem Tabellenzweiten dagegen halten, war die Devise der TG nach den letzten Trainingseindrücken. Und das gelang sogar so gut, dass die TG mit einem 10:9 in die Halbzeitpause ging. Die Abwehr hatte die überlange Kreisläuferin meist unter Kontrolle und versuchte mit schnellen Beinen die dadurch entstandenen Lücken ständig zuzuschieben. Auch nach dem Wechsel änderte sich wenig. Beide Mannschaften mussten viel investieren, um Tore gegen die starken Abwehrreihen zu erzielen. Nachdem acht Minuten vor Spielende Esin Acar der 17:17 Ausgleich gelang, war Spannung pur angesagt. Und obwohl die TG nach dem 19:20 noch fünfzig Sekunden im Ballbesitz war, gelang der eigentlich verdiente Treffer zum Unentschieden nicht mehr.

Nikolausfeier 2018

Stephan Schweizer – 02.12.2018

TV-Kinderserienstars in der Jahnhalle

Die TG Geislingen hatte traditionell am ersten Adventssonntagnachmittag zur Kindernikolausfeier geladen. Der TG-Vorsitzende Dr. Stephan Schweizer begrüßte in einer gut besuchten Jahnhalle kleine und große Gäste. Kindgerecht führte der ersatzweise eingesprungene Ehrenvorsitzende Holger Scheible durch das Programm. Unter dem Motto „TV-Kinderserienstars“ zeigten die Kinder, Übungsleiter und Helfer, was bei der TG unterm Jahr so alles geübt und trainiert wird. Jede Gruppe erhielt ihren gebührenden Applaus, die Kinder und Angehörigen strahlten stolz. Bestens bewirtet durch das Gastro-Team um Armin König, war dies wieder ein gemütlicher Sonntagnachmittag – einfach zum Genießen.

Beim aktuellen Sportstudio zeigten die Minihandballer unter Kurt Häussler und Annette Zachariadis, was sie schon alles mit dem Ball beherrschen. In grün-weißen Trikots und zu fetziger Musik hüpften Minis und Bälle um ein buntes Schwungtuch – einfach süß anzuschauen, vor allem bei den Kleinsten. Unter Gejohle wurde dann versucht, von oben herabregnende Luftballone mit dem großen Tuch in Zaum zu halten.

Beim nächsten Auftritt wuselte die Bühne von zahlreichen kleinen, lieblichen Bienchen Maja mit gelben Schleifen in den Haaren. Die Wettkampfgymnastik unter der Trainerin Sandra Täubert hatte diese Vorführung einstudiert, die sowohl mit der Gruppe als auch einzeln elegante Übungen enthielt und mit viel Beifall bedacht wurde.

 

 

 

Die Kinderturnleiterin Carina Seckinger selbst hatte zusammen mit Anton Schwendemann die nächste Nummer vorbereitet, eine Choreographie von „Bob, der Baumeister“. Sie konnten alles schaffen, die 3 – 6 Jahre alten Kinder, bestückt mit gelben Helmen, Warnwesten und allerlei Werkzeug. Zu fetziger Musik tanzend und schwingend wurde die Baustelle kindgerecht bearbeitet.

 

 

Eine zweite Gruppe der Wettkampfgymnastik führte den aus dem Kinderkanal bekannten KIKA Tanzalarm auf. Mit bunten Tüchern in den Händen schwebten die schwarz gekleideten Mädchen elegant über die Bühne. Einstudiert hatte diese Vorführung Lena Currle.

 

 

 

In der knapp halbstündigen Pause gab es wie jedes Jahr im Foyer der Jahnhalle verschiedene Spielmöglichkeiten, die von Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt ausgetüftelt und betreut wurden. Dieses Angebot wurde sehr rege genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Pause traten die Sechs- bis Achtjährigen von Elvira Lorenz und Fabian Kotas als Schlümpfe auf. In blauen T-Shirts und Zipfelmützen wurde gerutscht, gekrabbelt, gehüpft und elegante Purzelbäume vorgeführt.

 

 

 

Bei dem folgenden Beitrag „Star Wars“ verdunkelte es sich plötzlich – damit die Laserschwerter der acht- bis zwölfjährigen Kinder unter Carina Seckinger gut zur Geltung kamen. Unter dröhnender Musik wurde eine ausgefeilte Choreographie präsentiert. Kinder und Zuschauer waren begeistert dabei.

 

 

 

 

 

 

Jetzt waren die Kleinsten dran – als Peter Pan. Mit grünen Hütchen und dem weißen TG-Kinder-T-Shirt verschwanden sie unter dem von den Eltern geschwungenen Tuch, auf dem Luftballons tanzten – oder sie wuselten sonst irgendwo auf der Bühne herum. Die Übungsleiterin Ingrid Döbler sah das wie immer gelassen.

 

 

Vielleicht wollen sie mal Stabhochspringer werden, die Kleinsten der Leichtathleten – jedenfalls traten sie heute als „die kleinen Himmelsstürmer“ auf. Monika Münkle und Peter Aigner hatten verschiedene Übungen mit Kasten und Weichbodenmatte einstudiert: Weitsprünge, Weithochsprünge mit ein oder zwei Seilen, Drehsprünge, Landung auf dem Po … – sogar Saltos wurden präsentiert.

 

 

 

 

 

Viele kleine Sindbads turnten sich bei der letzten Vorführung in die Herzen der Zuschauer. Balancieren, über Stäbe hüpfen, durch einen Tunnel kriechen und über einen künstlichen Berg aus Weichbodenmatten steigen, gehörte zu den Herausforderungen der kleinen Turbanträger. Ingrid Döbler hatte hier mal wieder keine Mühen beim Aufbau der aufwändigen Kulisse gescheut.

 

 

 

 

 

Gemeinsam riefen die Kinder dann nach dem Nikolaus, der glockenklingelnd den Saal betrat. Sofort scharten sich die Kinder auf der Bühne um ihn, seine Anziehungskraft ist ungebrochen. Einzelne Kinder trauten sich, ein Liedchen zu singen oder ein Gedicht vorzutragen, was jeweils mit viel Beifall bedacht wurde. Aus seinem großen Sack verteilte der Nikolaus kleine Heftchen, so dass die Kinder noch was anzuschauen oder zu lesen mit nach Hause nehmen konnten.

 

 

 

 

Mit diesem bunten Strauß an unterschiedlichsten Vorführungen zeigten die Übungsleiter und Kinder der TG wieder einmal die Vielfältigkeit des Vereinslebens im Kindersport. Kinder und Zuschauer waren begeistert dabei. Wie könnte man einen ersten Advent schöner feiern als mit so einer fröhlichen Nikolausfeier ? Danke auch nochmals an alle Mitwirkenden und Helfer im Hintergrund, der Aufwand für so eine Vereinsveranstaltung ist nicht unerheblich.

Schwimmen : 85 Jahre Mitglied bei der DLRG

Stephan Schweizer – 01.12.2018

Die TG Geislingen war zur diesjährigen Nikolausfeier der DLRG, Ortsgruppe Geislingen, in den „Hirsch“ nach Unterböhringen eingeladen. Gerne folgte der Vorsitzende Dr. Stephan Schweizer dieser Einladung, es gab nämlich eine hohe Auszeichnung. Gemeinsam mit einigen anderen anwesenden TG-Mitgliedern aus der Schwimmabteilung genoss der Vorsitzende den kurzweiligen Abend mit Reden, Ehrungen, Videos und natürlich dem Nikolaus, der mit launigen Sprüchen das vergangene Jahr passieren ließ. Sein Kompagnon Knecht Ruprecht verteilte dazu fleißig Orangen und Schokolade oder auch andere situationsbezogene Überraschungen. Mit der langjährigsten Mitgliedschaft über 85 Jahre wurde die TG Geislingen ausgezeichnet. Sie war nämlich eines der Gründungsmitglieder der DLRG Geislingen im Jahre 1934. Damals besaß die TG Geislingen im Rohrachtal das erste 50-m-Becken in Württemberg.

Weltmeister beim Ironman auf Hawaii

Joachim Söll – 05.11.2018

Dr. Hermann Scheiring landet einen sensationellen Coup!

Es war das vierzigjährige Jubiläum des legendären Rennens auf Hawaii und es war ein Rennen der Rekorde: Patrick Lange gewinnt zum zweiten Mal und bleibt als erster Mann unter acht Stunden! Daniela Ryf siegt zum vierten Mal hintereinander und beendet als erste Frau das Rennen unter 8:30 Stunden. Lucy Charles stellt einen neuen Schwimmrekord bei den Frauen auf, und Jan Sibbersen, der Manager von Patrick Lange, begeistert mit einem Schwimmrekord bei den Männern – und das als Altersklassenathlet!

Und genau bei diesem Rennen am 13. Oktober 2018 startet der TG Triathlet Hermann Scheiring und gewinnt als Hawaii-Rookie in einem an Spannung kaum zu überbietenden Rennen seine Altersklasse und lässt sich zum Weltmeister küren.

Joachim Söll: Herzlichen Glückwunsch zu diesem grandiosen Sieg. Hattest Du im Vorfeld mit so etwas gerechnet?

Hermann Scheiring: Nicht wirklich, ich wusste zwar, dass ich gut in Form war, aber es waren ja die Besten der Welt am Start. Erst recht nicht, als ich erstmals die Starterliste zu Gesicht bekam: Da waren zwanzig Athleten mit sog. Goldstatus und weitere 15 mit Silberstatus gelistet. Dieser errechnet sich aus den Vorleistungen der vergangenen Jahre. Ich konnte lediglich Bronzestatus aufweisen.

Joachim Söll: Die erforderlichen Punkte und die Qualifikation für Hawaii hattest Du Dir 2017 in Italien geholt. Es war Deine erste Langdistanz. Wie bist Du da zurechtgekommen?

Hermann Scheiring: Beim Ironman Italy startete ich als ältester Athlet in der Altersklasse 55-59. Da geht man schon mit etwas Unsicherheit in das Rennen. Bisher brauchte ich für die Wettkämpfe auf der Mitteldistanz etwa viereinhalb Stunden und jetzt rechnete ich mit etwa zehneinhalb Stunden. Doch es klappte besser als gedacht: Mit einer Zeit von 10:09 Stunden wurde ich Zweiter und holte einen der beiden Slots – so heißen die begehrten Startplätze für Hawaii.

Joachim Söll: Mit dieser frühzeitigen Qualifikation hattest Du genügend Vorbereitungszeit für das WM-Rennen und keinen Wettkampfstress. Also alles richtig gemacht.

Hermann Scheiring: Ja, das stimmt. Ich brauchte aber erst mal fünf Wochen, bis ich nach dem Rennen im September wieder einigermaßen in der Spur war. Bis zum Ende des Jahres war dann vor allem Kraft- und Stabilisationstraining angesagt. Im Fitnessstudio „Kraftwerk“ hatte ich ideale Bedingungen um die Ecke. Ende des Jahres stieg ich dann intensiver ins Schwimm- und Lauftraining ein. Radfahren war bis Anfang 2018 nur auf der Rolle vorgesehen. Alles schien prima zu laufen.

Joachim Söll: Das hört sich nach einem geordneten Trainingsplan und einer reibungslosen Vorbereitung an. Doch es kam ganz anders.

Hermann Scheiring: Der Jahrestrainingsplan stand und auch die Einheiten beim Schwimmen, Radfahren und Laufen waren detailliert geplant. Aber wie so oft im Leben, kommt es meistens anders als gedacht: Beim Trainingslager auf Fuerteventura im Februar zog ich mir eine massive Bandscheibenverletzung im Halswirbelbereich zu.

Joachim Söll: Das ist ja nicht nur schmerzhaft, sondern schränkt die Bewegungsfähigkeit stark ein. Wie bist Du damit klargekommen? So eine Verletzung kann auch das Aus bedeuten.

Hermann Scheiring: Im Laufe der Jahre lernt man mit Verletzungen umzugehen. Vor allem braucht man Geduld und eine positive Grundeinstellung zum Heilungsprozess. Richtig gut angeschlagen hat die Akupunktur und das Einrichten in der Naturheilpraxis Jettmar. Da spürte ich nach ein paar Behandlungsterminen, dass es aufwärts ging, obwohl es anfangs gar nicht danach ausgesehen hatte. Ein zweites zentrales Standbein war die wohldosierte und feine Arbeit von Jürgen Lässing, meinem langjährigen Physiotherapeuten im Respofit. Beides ergänzte sich wunderbar. Vor diesen Künsten kann ich mich nur tief verbeugen und dankbar sein.

Joachim Söll: Wir hatten ja 2018 einen trockenen und heißen Sommer. Für das Radtraining ja ideale Voraussetzungen.

Hermann Scheiring: Das stimmt. Die Radeinheiten konnten fast alle so durchgezogen werden, wie geplant. Nach überstandener Verletzung lief alles wie am Schnürchen. Ich gewöhnte mich auch schnell an mein neues Rad mit der extremen Sitzposition. Bis zur Urlaubszeit konnte ich die Umfänge dann kontinuierlich steigern und in den Spitzenzeiten pro Woche bis zu 600 Radkilometer und 100 Laufkilometer absolvieren. Hinzu kamen 12 Schwimmkilometer. Mit der richtigen Ernährung steckte ich das alles ganz gut weg.

Joachim Söll: So langsam rückte das Rennen näher. Wie hast Du Dich ernährungstechnisch auf das Rennen vorbereitet?

Hermann Scheiring: Aus Studien ist bekannt, dass die meisten Ausdauersportler während des Wettkampfs mit Magen- und Darmproblemen zu tun haben. Ich entschied mich deshalb schon vor Jahren zur konsequenten Eigenversorgung während der Rennen. Mit Aktiv3 fand ich einen idealen Partner. Die detaillierte Ernährungsplanung für die Langdistanz und die frühzeitige Gewöhnung an die gut verträglichen Produkte zeigten im Wettkampf Wirkung: Es gab keinen Leistungseinbruch und null Probleme mit Magen und Darm. Ernährung ist gerade für Hawaii sehr wichtig. Neben der Hitze ist dort die Energieversorgung – und vor allem die verdaubare und im Muskel ankommende Energie –  der zweite limitierende Faktor.

Joachim Söll: Die Abreise nach Hawaii hattest Du für den 2. Oktober geplant. Da war noch genügend Zeit zum Akklimatisieren. Haben die Planungen hingehauen?

Hermann Scheiring: Der Start nach Hawaii war etwas holprig. In Göppingen am Bahnhof las ich mit großen Augen „Der Zug fällt heute aus“. Dabei hätte ich den Anschlusszug in Stuttgart nach Frankfurt erreichen müssen. Stattdessen gab es eine rasante Autofahrt nach Stuttgart. In letzter Sekunde erreichte ich keuchend noch den Zug, mit Radkoffer und Reisekoffer in den Händen. Ich dachte, das Rennen hätte schon begonnen. Gerade noch gutgegangen, aber es kam noch dicker:  In San Francisco durfte ich zur zweiten Sicherheitskontrolle. Die dauerte und dauerte, zwischenzeitlich war der Anschlussflug nach Hawaii weg. Das hieß, eine Nacht in San Francisco – zum Glück auf Kosten von United Airlines. Doch damit nicht genug: Die ersten beiden Tage vor Ort fiel auch noch das Rad aus. Die elektronische Schaltung machte Probleme.

Joachim Söll: Gab es auf Big Island dann überhaupt noch Trainingsmöglichkeiten für Dich?

Ja, die gab es schon. Eine lange Radausfahrt musste allerdings ausfallen. Dafür trafen wir uns jeden Morgen am Pier zum Schwimmtraining. Ab sechs Uhr war hier Highlife: Das war der Treff schlechthin, es gab sogar hawaiianische Live-Musik. Das Schwimmen im glasklaren Pazifik war wunderbar. Unter uns schwammen Delphine durch und begleiteten uns mit spektakulären Sprüngen. Nach dem Schwimmen konnte man mit anderen Athleten Smalltalk betreiben oder auch zum Kaffeetrinken ins legendäre Lava Java gehen. Sowas gibt es nur in dieser Sportart.

Joachim Söll: Dann kam der Renntag, der in die Geschichte der Ironman-Rennen eingehen sollte. Wie war die unmittelbare Zeit davor?

Hermann Scheiring: Die Nacht davor schlief ich eigentlich ganz gut. Aber insgesamt zu wenig. Kurz nach drei Uhr stand ich auf, frühstückte und fuhr mit einem Sportfreund zum Startbereich. Dort war bereits großer Auflauf; aber alle Athleten konzentriert und ruhig. Nacheinander die üblichen Abläufe, die hier besonders inszeniert und vorbereitet sind: Body-Painting mit dem Aufkleben der Startnummer, letzter Radcheck in der riesigen Wechselzone, Eincremen, Warten im Vorstartbereich. Alles noch im Dunkeln. Warten. Dann der berühmte Kanonenschuss: Erst für die Männer, dann für die Frauen. Die Profis waren also unterwegs. Und dann gingen wir ins Wasser. Mehr als 2400 Starter schwammen zur Startlinie vor. Es waren noch gut zwanzig Minuten bis zum Start. Prächtig, wie gerade jetzt die Sonne aufging und mit ihren ersten Strahlen die Bucht in ein surreales Licht tauchte. In Viererreihen zappelten wir im Wasser und warteten. Irgendwie versuchte jeder seine Position zu halten. Ich kämpfte mich wieder etwas weiter vor – dann der Kanonenschuss. Schlagartig verwandelte sich das bis dahin ruhige Wasser in eine einzige Gischt. Es sprudelte und blubberte und wurde richtig laut. Arme und Beine neben und über mir, der Sog zog alle mit. Das Rennen hatte begonnen.

Joachim Söll: Du hast eine ganz ordentliche Schwimmzeit hingelegt. Warst Du mit der ersten Disziplin zufrieden?

Hermann Scheiring: Das war ich. Die 1:04 Stunden waren für mich sehr gut. Es wird ja ohne Neo geschwommen. Allerdings hatte ich während des Schwimmens kaum Möglichkeiten zum Überholen. Diejenigen, die sich zu weit vorne eingereiht hatten, wurden kurzerhand überschwommen und nach hinten durchgereicht. Aber dann fanden sich Gruppen zusammen, die ein etwa gleich schnelles Tempo schwammen.

Joachim Söll: Wusstest Du, auf welcher Position Du nach dem Schwimmen warst?

Hermann Scheiring: Einen ersten Anhaltspunkt bekam ich in der Wechselzone. Da sah ich, dass in meiner Altersklasse noch nicht viele Räder weg waren. Aber die entscheidende Info bekam ich von meinen Freunden. Die waren als Edelfans nach Hawaii gereist, um mich zu unterstützen. Auf einem riesigen Schild stand geschrieben: 1:04, Platz 4. Das war super hilfreich.

Joachim Söll: Du hattest die fünftschnellste Schwimmzeit und in der Wechselzone zwei Sportkollegen überholt. Als Vierter konntest Du nun auf die Radstrecke gehen. Hattest Du für das Radfahren einen Rennplan?

Hermann Scheiring: Ich hatte ein übergeordnetes Ziel beim Radfahren: Die Energiespeicher müssen am Ende gefüllt sein, die Ernährung muss zu 100 Prozent stimmen. Die Radzeiten auf Hawaii sind maßgeblich vom Wind abhängig. Wir hatten Glück und konnten mit dem Seitenwind auf der Rückfahrt zügig fahren. Insofern wollte ich schon möglichst schnell fahren, aber auch nicht überziehen.

Joachim Söll: Das Rennen konnte man im Live-Tracker mitverfolgen. Der Rennverlauf begann nun, richtig spannend zu werden.

Hermann Scheiring: Ja, Verwandte und Freunde verfolgten das Rennen zu Hause live mit. Natürlich auch meine Freunde vor Ort. Und die gerieten zunehmend in Aufregung: Die Rennsituation entwickelte sich im Laufe des Radrennens zu meinen Gunsten. Ich konnte durch mein hohes Tempo zu den Führenden immer mehr aufschließen und den Drittplatzierten und später auch den Zweitplatzierten überholen. Hätte jemand im Vorfeld gesagt, ich würde Zweiter, ich hätte sofort unterschrieben.

Joachim Söll: Selbst Platz fünf wäre noch ein tolles Ergebnis gewesen. Ab wann hast Du gewusst, wo du beim Radfahren stehst?

Hermann Scheiring: Am Ende der Radstrecke standen sie wieder mit einem Plakat bereit: Platz 2! Auf dem Highway hatten mich meine Freunde erwartet und mir den Zwischenstand zugerufen. Zwischenzeitlich war es auch richtig warm geworden. Deutlich über dreißig Grad und sehr hohe Luftfeuchtigkeit.

Joachim Söll: Für die Radstrecke hast Du insgesamt 5:10 Stunden gebraucht, was einem Schnitt von 35km/h entspricht. Das ist bei fast 1800 Höhenmetern richtig klasse. Es war die viertschnellste Radzeit. Wie hattest Du Dich nach dem Radfahren gefühlt?

Hermann Scheiring: Ich hatte eigentlich ein ganz gutes Gefühl. Die Ernährung hatte bestens funktioniert und die Beine waren gut. Der gefürchtete Gegenwind blieb dieses Jahr aus, so dass insgesamt hohe Geschwindigkeiten gefahren wurden.

Joachim Söll: Beim Laufen kam es dann zum Show-down mit dem Führenden. Hattest Du damit gerechnet, ihn einzuholen?

Hermann Scheiring: Nachdem auch der zweite Wechsel sehr schnell war und ich mich auf die Laufstrecke begab, wusste ich zwar meine Platzierung, aber nicht, welchen Rückstand ich mir eingefangen hatte. Ich wollte mich eben nur auf die Verfolgung machen. Am gefürchteten Anstieg über die Palani-Road Richtung Highway standen sie wieder, die Freunde: Platz zwei, von hinten kommt ein Däne, der Dir schon zwei Minuten abgenommen hat, schrien sie mir zu und waren selbst längst total geflasht – und schweißgebadet. Später erzählten sie mir, dass sie da befürchteten, ich würde jetzt nach hinten durchgereicht werden.

Joachim Söll: Aber es kam ganz anders. Welche Rolle spielt die psychische Stärke bei einem Ironmanrennen?

Hermann Scheiring: Ich glaube eine ziemlich große. Es braucht eine Mentalität, die mit einem großen Willen ausgestattet ist, mit widrigen Umständen genauso umgehen kann, wie mit Schmerzen und unvorhergesehenen Zwischenfällen. Es braucht aber auch eine psychische Stärke hinsichtlich der Selbststeuerung: Adrenalin und Endorphine schießen ein und verleiten zur Euphorie, die dann nicht selten zur Selbstüberschätzung führt. Da braucht es Coolness und Vertrauen in die eigenen Stärken.

Joachim Söll: Diese Coolness hast Du eindrucksvoll bewiesen: Der Rückstand betrug zu Beginn des Laufens satte 17 Minuten. Beim Ironman kann im Marathon zwar noch viel passieren, aber dass es zu solch einem Krimi wurde, ahnte zu dem Zeitpunkt definitiv keiner. Wie wolltest Du den Marathon angehen?

Hermann Scheiring: Eine Woche vor meinem Abflug war ich noch bei der Leistungsdiagnostik. Ich wusste, dass ich die ersten 10 Kilometer nicht unter einem Schnitt von fünf Minuten pro Kilometer angehen durfte. Das hatte ich mir auf der Uhr eingestellt und hielt mich eisern daran. Als ich bei meinen Freunden vorbeilief, hatte ich schon 13 Kilometer hinter mir. Das Piepsen auf der Uhr verriet mir, dass das Tempo stimmte. Und ich sagte mir immer wieder: Alles gut, alles passt, weiter so.

Joachim Söll: Man kann auf Deinen Zwischenzeiten genau ablesen, dass Dein Tempo auffällig konstant war. Ganz anders als der Führende: Dort zeigte sich ein Leistungsabfall, er wurde immer langsamer, genauso wie der hinter Dir laufende Däne. Der Abstand zum Führenden war zwischenzeitlich schon extrem zusammengeschmolzen. Doch das berüchtigte und vor allem gefürchtete Power-Lab stand ja noch allen bevor. Das hattest Du sicherlich auf dem Schirm, oder?

Hermann Scheiring: Genau. Kurz bevor es in diesen Backofen ging, bereitete ich mich gedanklich auf diesen Abschnitt vor, griff an der letzten Verpflegungsstelle alles, was ich kriegen konnte: Wasser, Eis, Cola. Am Wendepunkt hatte ich mir Eigenverpflegung deponiert. Die Iso-Flasche war in Sekunden weggetrunken. Und wieder Wasser, Eis, Cola – alles was ging. Und ich fühlte, dass die Beine immer noch gut waren. Auf dem leichten Anstieg vom Energy-Lab zum Highway hoch war die Straße so heiß, dass ich dachte, das überstehen die Sohlen nicht. Und genau da muss es gewesen sein. Am Live-Tracker hatten sie längst auf diesen immer näher kommenden Moment hingefiebert: Es passierte das, was zu Beginn des Laufens kaum einer für möglich hielt und doch Kilometer um Kilometer realistischer wurde: Die siebzehn Minuten Rückstand waren aufgeholt und der Führende eingeholt. Dabei hatte ich es zunächst selbst gar nicht bemerkt. Ich versuchte weiter, jeden Kilometer konstant zu laufen. Irgendwann bekam ich eine kurze Info von einem US-Trainer, dass ich vorne bin. Wow, dachte ich, kann das sein, stimmt das auch? Aber es spornte noch einmal ungemein an, genauso wie die „Fanmeile“ von Hannes Hawaii Tours. Auf den letzten zehn Kilometern begann die Vorfreude auf den Zieleinlauf – oder schlichtweg auf das Ende der Schinderei. Dann kam schon das Gefälle der Palani-Road, der kurze Schwenk nach links, bevor es dann auf die Zielgerade ging. Unbeschreiblich, Gänsehaut pur: Jubelnde Menschenmassen und – geschafft. Leichtes Schwanken, Helfer geleiten mich zum Essensstand und dann die Gewissheit: Erster, Sieger, Weltmeister!

Landesmeister beim Einstein-Triathlon

Bei der vierten Auflage des Ulmer Einstein-Triathlons war bis kurz vor dem Start unsicher, ob das Schwimmen aufgrund des hohen Wasserstandes der Donau auch ausgetragen werden konnte. Letztendlich half der sonnige Sommertag: Knapp 2,5 Kilometer schwammen die Athleten in der kalten Donau flussab vom Ulmer Münster in Richtung Donaustadion. Hermann Scheiring, Mitglied des Zoot-Team Europe, kam in seiner Altersklasse als Erster aus der unruhigen Donau, wurde aber in der Wechselzone vom Zweitplatzierten überholt. In der zweiten Radrunde des welligen Kurses mit insgesamt 80 Kilometern und knapp tausend Höhenmetern konnte Hermann Scheiring die Führung wieder an sich nehmen und als Erster wechseln. Vier Laufrunden mit jeweils fünf Kilometern folgten für die Athleten dann entlang des Donauufers. Mit einer starken Laufleistung zog der Athlet der TG Geislingen noch deutlich an und lief als Erster der Landesmeisterschaft über die Ziellinie. Mit seiner schnellen Zeit von 4:12 Stunden hätte er auch die beiden Altersklassen unter sich deutlich gewonnen.

Europameister bei der Challenge in Walchsee

Noch besser machte es der Athlet des Zoot-Teams Europe bei der Challenge in Walchsee (Österreich). Dies war gleichzeitig die Europameisterschaft der Mitteldistanz. Dort schaffte der Degginger einen glatten Start-Ziel-Sieg. Der in Walchsee erstmals durchgeführte „Rolling Start“, bei dem Athleten mit gleichen zu erwartenden Schwimmzeiten in Gruppen an den Start gingen, kam Scheiring entgegen. In einer vorderen Gruppe konnte er mit einer für ihn guten Zeit von 29 Minuten aus dem Wasser gehen. Das bedeutete bereits Platz eins in der Altersklasse 55. In der Wechselzone konnte der spätere Zweitplatzierte Hermann Limburg jedoch auf 30 Sekunden verkürzen. Dann ging es auf die anspruchsvolle Radstrecke mit dem mächtigen Kaisergebirge als Kulisse. Für die zwei Runden mit knapp 1200 Höhenmetern und 90 Kilometern benötigte Hermann Scheiring 2:25 Stunden. Bereits nach der ersten Durchgangszeit auf dem Radkurs zeigte sich, dass er seinen knappen Vorsprung ausbauen konnte. Dieser vergrößerte sich von Kilometer zu Kilometer: Nach den 90 Kilometern waren es mehr als drei Minuten. Mit einem Blitzwechsel ging der Athlet der TG Geislingen dann auf die Laufstrecke. Diese führte über insgesamt 21,1 Kilometer vier Mal rund um den malerischen Walchsee. Trotz Oberschenkelproblemen konnte der Degginger mit einer guten Laufzeit von 1:31 Stunden seinen Vorsprung auf neun Minuten ausbauen. Mit einer Gesamtzeit von 4:31 Stunden lief Hermann Scheiring als Sieger ins Ziel und konnte sich als Europameister feiern lassen. Das deutsche Podium vervollständigte Ralf Laermann, aktueller Weltmeister über diese Strecke, der mit einem Rückstand von dreizehn Minuten ins Ziel kam.

Handball Männer: Siegesserie hält weiterhin an

Fabian Kotas – 28.11.2018

Am vergangenen Sonntag konnte die TG Geislingen 2 erneut zeigen, dass der Kampf um den Aufstieg bereits im vollen Gange ist. Am Ende gewann die TG mit 36:22 gegen den TV Bargau 2.

Die TG begann zu Beginn des Spiels eher schüchtern und verlegen, sodass der Topshooter des Gegnerteams bereits binnen fünf Minuten seine drei Tore gemacht hat. Allmählich kamen die Handballer der TG auf Betriebstemperatur und nahmen den Kampf um die zwei Punkte an. Jacobs, Zernickel, Paulovits und der A-Jugendspieler Urbaniak ließen den Vorsprung der Gegner schmelzen. Die Anzeigetafel zeigte zur 10. Minute ein 5:5 und wenig später konnten die Jungs in der 24. Minute die Führung übernehmen. Nach dem 13:12 Torestand seitens der TG konnten die Jungs erfolgreich ihre Führung gegen die höchst motivierten Bargauer verteidigen. Zur Halbzeit gingen beide Mannschaften mit einem 17:13 in die Kabinen.

Während der Halbzeitpause wurde den Jungs der TG immer stärker bewusst, dass jeder in der Liga Lust und Laune hat, gegen die ungeschlagenen Geislinger Punkte gut zu machen. Coach Lohse appellierte noch vor dem Spiel an das Team, dass wir nun die Gejagten in der Liga sind und jeder Gegner uns einen Strich durch die Rechnung machen möchte.

Nach der Halbzeitpause hatte das Spiel Phasen, in denen Geislingen Tor für Tor sich erkämpfte, ohne dass der Gegner punkten konnte. Bereits ca. acht Minuten nach der Halbzeit stand es 22:15 und es bahnte sich an, wer hier als Gewinner die Halle verlassen würde. Grüner erhöhte zum 26:17 in der 46. Minute. Der Gegner zeigte kaum noch Gegenwehr und die Geislinger erzielten gerade in der Endphase Tor für Tor, sodass sich beide Mannschaften mit einem 36:22 trennten.

Als Resümee lässt sich ziehen, dass die TG Geislingen vor allem durch eine solide Abwehreinheit die Sicherheit im Spiel aufbaut und starke Torhüterleistungen das ganze Perfekt machen.

Nun heißt es für die TG regenerieren, den am Wochenende empfängt uns der Gegner HG AA/Wasser 2 und 3.

Es spielten: Nico Ströhle (TH), Robin Endler (TH), Andreas Königer (1), Florian Paulovits (2), Stephan Jacobs (1), Albert Schurr, Tobias Moser, Tobias Böhringer, Jan Schneider, Tobias Grüner (6), Muhammed Sirin (2), Finn Urbaniak (5), Nico Zernickel (11/5), Fabian Kotas (8)

 

 

Handball: Jugendmannschaften vom 24./25.11.2018

Jochen Schreitmüller – 26.11.2018

Württembergliga

Weit weg von ihrer Bestform präsentierte sich die B-weiblich der TG Geislingen und unterlag der JSG Deizisau/Denkendorf klar mit 29:19 Toren. Nach vier hervorragenden Auftaktspielen, war die Fehlerquote bei der TG viel zu hoch, um was Zählbares auf der Habenseite aus Deizisau mitzubringen. Schon nach zehn Minuten lagen die Gastgeberinnen mit 8:4 in Führung, obwohl sie bis dahin ebenfalls keine Glanzpunkte setzen konnten. Aber die einfachen Ballverluste nach Fehlpässen und technischen Fehlern, ließen die JSG immer wieder in Ballbesitz kommen und regelmäßig musste Linh Vu dann den Ball aus den Maschen holen. Erst die folgende Auszeit schien die Wende zu bringen. Drei Ballgewinne, verbunden mit drei schnellen Toren von Marie Zachariadis, brachten den 8:7 Anschlusstreffer. Aber anstelle einer Aufbruchstimmung, setzte Geislingen das Spiel wieder mit ähnlichen Fehlern fort. Der Tabellendrittletzte ließ sich nicht zweimal bitten und erhöhte bis zur Pause auf 16:10. Fast ein Spiegelbild waren die ersten fünf Minuten der zweiten Hälfte. Nach engagiertem Verteidigen und schönen Anspielen an den Kreis, die Anna-Sophie Schurr sofort zum 16:13 ummünzte, wurden die Mienen auch auf der Gästetribüne wieder optimistischer. Aber Deizisau konterte mit noch druckvollerem Angriffsspiel und zog auf 20:15 davon. Eine weitere Auszeit brachte keine Wende mehr, so dass die Niederlage auch in der Höhe in Ordnung ging.

Es spielten: Vu; Rienhardt 2, Schurr 2, Blessing, Bauder 6/3, Simon 3, König, Zachariadis 6, Nan

Landesliga

Die zuletzt sehr guten Trainingseindrücke konnte die C-weiblich der TG Geislingen beim Gastspiel in Bietigheim nur in der ersten Hälfte bestätigen. Bis zum 7:6 in der 15. Minute konnte die TG das Match offen gestalten, danach zog der Bundesliganachwuchs bis zur Pause auf 13:7 davon. Nach der Pause stellte Geislingen die Abwehrarbeit nahezu ein, so dass die Gastgeberinnen fast mühelos ihre Tore erzielen konnten. Nach dem 17:7 erleichterten auch viele technische Fehler im Angriff das Konterspiel von Bietigheim. Am Ende verlor Geislingen hoch mit 31:16 und wartet damit immer noch auf den ersten Sieg.

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