Stabhochsprungmeeting: Ergebnisliste und Bericht

Vor dem eigentlichen Wettkampf übersprang Baptiste Boirie mit seinem elektrischen Skateboard spektakulär 5,90 m.

Ergebnisliste:

Regina Mühlhäuser – 10.09.2018

6. Internationales Stabhochsprungmeeting am 8. September 2018 in Geislingen/Steige

Doppelerfolg für Baptiste Boirie

Bei strahlendem Sonnenschein und besten Bedingungen lieferten sich die neun angereisten Athleten zwei Stunden lang einen spannenden Wettkampf in der Geislinger Altstadt.

Vom ersten Sprung an wurden sie vom blendend aufgelegten Publikum unterstützt.

Stanley Joseph fand trotzdem nur schwer in den Wettkampf. Bis vor kurzem verletzt, wolltem ihm seine Sprünge nicht recht gelingen. Trug er 2016 in Geislingen den Sieg davon, musste er sich heute mit übersprungenen 5,20m mit dem letzten Rang begnügen, gefolgt von Dennis Schober, auch 5,20m. Er war zum ersten Mal in Geislingen dabei war und hoffte eigentlich auf eine neue Bestleistung.

Der älteste Springer im Feld im Feld, Malte Mohr, übersprang ebenso wie der französische U23 Meister Mathieu Collet 5,30m. Clemens Daniel des LAZ Zweibrücken belegte Platz 5 mit einer Höhe von 5,40m. Mit der gleichen Höhe, jedoch weniger Fehlversuchen teilten sich Lamin Krubally (ASV Landau) und Lokalmathador Jakob Köhler – Baumann (LG Filstal) den 3. Platz. Beide hatten bis zu ihrem Ausscheiden jeweils nur einen Fehlversuch und hätten mit etwas Glück auch um den Sieg mitspringen können.

Platz eins und zwei machten Vorjahressieger Mareks Arents aus Lettland und der Franzose Baptiste Boirie unter sich aus. Boirie beeindruckte das Publikum bereits vor Wettkampfbeginn mit seinen 3 gelungenen Sprüngen auf dem E-Skateboard, bei denen er sich bis zu einer Höhe von 5,90m hochschraubte.

Ihm gehörte dann auch bei 5,50m der Sieg, da er einen Versuch weniger dafür benötigte als Arents.

Beide durften sich nicht nur über die Siegprämie sondern auch über einen Flat TV freuen.

6. Stabhochsprungmeeting am 08.09.2018: Aktualisierte Springerliste

Birgit Täubert – 04.09.2018

 

Lamin Krubally                     ASV Landau                 5,51 m

Dennis Schober                    ASV Landau                  5,21 m

Jakob Köhler-Baumann        LG Filstal                      5,41 m

Daniel Clemens                     LAZ Zweibrücken         5,61 m

Malte Mohr                           TV Wattenscheid           5,91 m

Stanley Joseph                     Frankreich                     5,75 m

Mareks Arents                      Lettland                          5,70 m

Baptiste Boirie                      Frankreich                     5,65 m

Mathieu Collett                     Frankreich                     5,50 m

Stabhochsprungmeeting: Mittendrin – statt nur dabei !

6. Internationales Stabhochsprungmeeting in der Geislinger Fußgängerzone am 08. September 2018

Das beliebte Stabhochsprungmeeting hat sich in der Zwischenzeit fest im Veranstaltungskalender etabliert. Bereits zum sechsten Mal können die Zuschauer hautnah dabei sein, wenn die nationalen und internationalen Springer die Fuzo zur Flugzone werden lassen.

Es wird wieder spannend, wenn die Athleten auf der wettkampfgerechten mobilen Stabhochsprunganlage Anlauf nehmen und inmitten des Fahnenmeeres, das von Geislinger Schulkindern gestaltet wurde, zum Sprung ansetzen.

Wie immer hat Athletenmanager Walter Straub bereits einige namhafte Springer verpflichtet. Zugesagt haben Lokalmathador Jakob Köhler Baumann, der sich in dieser Saison bei den Deutschen Meisterschaften einen hervorragenden 3. Platz mit dem ebenfalls gemeldeten Daniel Clemens teilte. Auch Lamin Krubally, Malte Mohr und Dennis Schober gehen in der schönen Altstadtkulisse an den Start. Internationales Flair bringen der Norweger Eirik Dolve, der Lette Mareks Arents und der Franzose Stanley Joseph nach Geislingen. Dolve und Arents, beide mehrfache Landesmeister, sind schon alte Bekannte beim Geislinger Meeting. Mit der besten Vorleistung der Saison von 5,71 reist Joseph an.

Alle Springer würden sich natürlich gerne zum Saisonabschluss noch ein gutes Ergebnis auf die Fahne schreiben. Ob weitere Springer dem Ruf nach Geislingen folgen ist noch offen.

 

Bereits am Vormittag geht es los mit dem Nachwuchsspringen (Anmerkung: fällt aus!). Auch die Modenschau der Geislinger Sterne Gemeinschaft gehört wie jedes Jahr fest zum Programm. Der Anlaufsteg wird zum Catwalk, auf dem den Zuschauern die neueste Herbst-Wintermode präsentiert wird. Rund um die  Sprunganlage platzieren sich die zahlreichen Infostände der verschiedenen Sponsoren und für das leibliche Wohl sorgt die TG Geislingen mit Getränken, Kuchen und Herzhaftem.

Die Spannung steigt wenn sich die Athleten einspringen. Gepusht werden sie dann beim Wettkampf mit ihrem Lieblingssong, aufgelegt von DJ Piper und vom Publikum, das hoffentlich wieder zahlreich in die Geislinger Fußgängerzone kommt und die Athleten lautstark anfeuert.

Programm:

11:00 Uhr – Stabhochsprung Nachwuchs – entfällt – 

13:00 Uhr – Modenschau der Geislinger Sterne Geschäfte auf dem Stabhochsprunglaufsteg

14:00 Uhr – Aufwärmen und Einspringen der Stabhochspringer

15:30 Uhr – Wettkampfbeginn 6. Internationales Stabhochsprung Meeting

ca.17:30 Uhr – Siegerehrung

Vorläufige Teilnehmerliste:

Lamin Krubally
Dennis Schober
Jakob Köhler Baumann
Daniel Clemens
Malte Mohr
Stanley Joseph
Mareks Arents
Eirik Dolve

Stabhochsprungmeeting am 08.09.18: Internationale Asse pokern noch

Geislinger Zeitung – Thomas Friedrich  – 14.08.2018

Fünf Athleten haben bislang für das Meeting in der Geislinger Fußgängerzone fix zugesagt. Diesmal haftet dem Wettbewerb am 8. September auch offiziell ein internationales Etikett an.

Bislang hat die TG Geislingen noch ein wenig geschummelt. Damit ist es jetzt vorbei. In den vergangenen Jahren deklarierte sie ihr Stabhochsprungmeeting in der Geislinger Fußgängerzone stets als nationales Event, obwohl der Anteil ausländischer Springer meist über der dafür erlaubten Grenze von zehn Prozent der Teilnehmer lag. 600 Euro mehr kostet die Genehmigung für ein internationales Meeting, für eine kleine Veranstaltung wie die in Geislingen ein gewaltiger Unterschied. Diese Summe müssen die Organisatoren jetzt zusätzlich hinlegen.

Die TG habe vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) „einen bösen Brief bekommen“, sagt Meeting-Direktor Klaus Täubert. Künftig muss er das Stabhochsprung-Meeting in der Fuzo als internationalen Wettkampf ausweisen, weil auch weiterhin mehr als nur ein Ausländer in Geislingen springen soll.

Für das kommende Meeting am 8. September liegt der Ausländeranteil derzeit bei 20 Prozent. Bis gestern Nachmittag haben fünf Springer fix zugesagt, einer davon ist Stanley Joseph. Der Franzose, Sieger von 2016, macht nach einem Jahr Zwangspause (sein Manager hatte ihn im Vorjahr statt nach Geislingen zu einem Meeting nach Newcastle beordert) diesmal wieder Station in der Fuzo.

Stanley Joseph aus Frankreich, der Meeting-Sieger von 2016, nimmt in diesem Jahr wieder Anlauf in der Geislinger Fußgängerzone. Foto: Thomas Madel

Dabei trifft er mindestens auf vier Deutsche. Lokalmatador Jakob Köhler-Baumann (LG Filstal) hat im Juni seine persönliche Bestleistung auf 5,41 Meter geschraubt und will sie vor heimischem Publikum weiter verbessern. Im Juli holte er bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg mit 5,40 Metern Bronze, höhengleich mit Daniel Clemens vom LAZ Zweibrücken. Der Trainingskollege von Raphael Holzdeppe hat sein Kommen fix zugesagt. Dasselbe gilt auch für Lamin Krubally und Dennis Schober (beide ASV Landau).

Ein fünfter Deutscher hat gestern abgesagt. Torben Laidig vom LAV Tübingen, Deutscher Vize-Meister und EM-Teilnehmer von Berlin, hat vorläufig genug vom Stabhochsprung. Seine Saison läuft seit Januar ohne Unterbrechung, jetzt ist Urlaub angesagt.

Täubert und sein TG-Kollege Walter Straub haben weitere Springer an der Angel. Nach dem Ende der Europameisterschaft kann alles schnell gehen. Bis dahin zögerten viele Athleten mit ihrer Planung, wollten sich nicht zu früh auf kleine Meetings festlegen. Nach einem Top-Resultat in Berlin hätten sie sich die lukrativsten Sportfeste aussuchen können.

Einige internationale Asse will Täubert noch verpflichten. Der Lette Mareks Arens gehört fast schon zum Stamm in der Fuzo, der Norweger Eirik Dolve ist auf dem besten Weg dazu und hat womöglich einen Hochkaräter im Schlepptau. Dolve hat angedeutet, eventuell seinen 17-jährigen Landsmann Pål Haugen Lillefosse mitzubringen, mit 5,46 Metern Inhaber des U 18-Weltrekords. Baptist Boirie hat „zu 80, 90 Prozent“ zugesagt, erklärt Täubert. Der Franzose springt im Wettkampf mit und bietet zudem eine Show-Einlage: Mit dem E-Skateboard als Anlauf-Hilfe soll’s über sechs Meter gehen.

„Wir kriegen noch einige gute Springer nach Geislingen“, sagt Täubert zuversichtlich. Insgesamt sollen am 8. September wieder zehn bis zwölf Athleten starten. Auf die Besten warten neben den Antrittsgeldern kleine Prämien: 100 Euro für den Dritten, 200 für den Zweiten und 300 für den Sieger. Der darf zudem noch einen Flachbild-Fernseher mit nach Hause nehmen – falls er die dafür erforderliche Höhe übersprungen hat. Die legt der Veranstalter erst fest, wenn das Teilnehmerfeld komplett ist und die Wetterbedingungen absehbar sind. „Wenn’s wieder so schüttet wie im vergangenen Jahr kann man keine Fünffünfzig vorgeben“. erklärt Täubert.

6. Stabhochsprungmeeting am 08.09.2018

Regina Mühlhäuser – 16.07.2018

Das beliebte Stabhochsprungmeeting am 08. September in der Geislinger Fußgängerzone hat sich in der Zwischenzeit fest im Veranstaltungskalender etabliert. Bereits zum sechsten Mal können die Zuschauer hautnah dabei sein, wenn die nationalen und internationalen Springer die Fuzo zur Flugzone werden lassen.

Es wird wieder spannend, wenn die Athleten auf der wettkampfgerechten mobilen Stabhochsprunganlage Anlauf nehmen und inmitten des Fahnenmeeres, das von Geislinger Schulkindern gestaltet wurde, zum Sprung ansetzen. Bereits am Vormittag geht es los mit dem Nachwuchsspringen. Auch die Modenschau der Geislinger Sterne Gemeinschaft gehört wie jedes Jahr fest zum Programm. Der Anlaufsteg wird zum Catwalk, auf dem den Zuschauern die neueste Herbst-/Wintermode präsentiert wird. Rund um die  Sprunganlage platzieren sich die zahlreichen Infostände der verschiedenen Sponsoren und auch für das leibliche Wohl sorgt die TG Geislingen mit Getränken, Kuchen und Herzhaftem. Die Spannung steigt, wenn sich die Athleten einspringen. Unter ihnen auch wieder Lokalmatador Jakob Köhler-Baumann, der dieses Jahr schon mit einer Höhe von 5,41m in Ulm glänzte und bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg Bronze holte. Mit seiner Saisonbestleistung liegt er aktuell auf Platz 8 der deutschen Bestenliste, die von Raphael Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken mit 5,81m angeführt wird. Gepusht werden die Springer mit ihrem Lieblinssong vom DJ und vom Publikum, das hoffentlich wieder zahlreich kommt und die Athleten lautstark anfeuert.

Ein Lette schlägt dem Regen ein Schnippchen

Event Mareks Arents ist Sieger der fünften Auflage des Geislinger Stabhochsprung-Meetings. Ständiger Regen hatte den Wettkampf für die Starter zum Glücksspiel werden lassen. Von Jochen Weis

Im vergangenen Jahr war er noch Zweiter, nun hat es beim Geislinger Stab hochsprung- Meeting mit dem ersten Sieg geklappt. Mareks Arents aus Lettland. Rundum glücklich war der 31-Jährige dennoch nicht: „Ich freue mich natürlich riesig über meinen Erfolg“, sagt Arents, „aber mit meiner Leistung bin ich überhaupt nicht einverstanden.“ Im zweiten Versuch hatte er 5,26 Meter übersprungen – und damit bereits die Konkurrenz hinter sich gelassen.

Grund dafür war das schlechte Wetter, das den Wettkampf für alle Starter zum Kampf gegen den Regen werden ließ. Normalerweise nehmen Springer von Arents’ Güteklasse diese Höhe mal eben im Vorbeigehen mit. Zum Vergleich: Tags zuvor hatte er beim Lentos-Jump im österreichischen Linz als Viertplatzierter noch 5,40 Meter gemeistert, im Vorjahr waren es in Geislingen 5,45 Meter gewesen – zehn Zentimeter weniger als beim Sieger 2016, Stanley Joseph aus Frankreich.

Obwohl es sich Arents nun hätte gemütlich einrichten können, ließ er am Samstag in Geislingen noch 5,36 Meter auflegen. „Ich habe ihm gesagt, er muss nicht mehr weitermachen“, erzählt Meeting-Direktor Klaus Täubert, der im Vorfeld des Wettbewerbs eigentlich auf Höhen „im Bereich von 5,60 Meter oder 5,70 Meter“ gehofft hatte, angesichts von Temperaturen um die 14 Grad und Dauer-Geniesel froh war, „dass wir das Springen überhaupt durchziehen konnten“. Für Arents aber war Aufgeben keine Option. „Ich liebe das Springen, ich möchte immer weitermachen so lange es geht“, sagt er, „am Ende war aber einfach nicht mehr drin. Was mir wirklich auch für die Zuschauer leidgetan hat.“

Erstes prominentes Wetter-Opfer war bei der Einstiegshöhe von 5,06 Meter der Leverkusener Karsten Dilla, der zusammen mit seinem Klubkollegen Tobias Scherbarth und dem Norweger Eirik Dolve zum engeren Favoritenkreis gehört hatte: Drei ungültige Versuche, das war’s gewesen in seinem letzten Wettkampf der Saison. „Es ist schon richtig frustrierend, wenn man dafür extra aus Leverkusen anreist. Beim Stabhochsprung wird es bei einem solchen Wetter aber irgendwann gefährlich, da muss man vorsichtig sein“, erzählt Dilla. Grundlegendes Problem: Die Hände sind klamm und feucht, haben am Stab kaum noch Grip. „Dass ich mich so aus der Saison verabschieden muss, ist bitter. Aber wenigstens bin ich ohne Verletzung geblieben.“

Immerhin konnte froh sein, wer schon bei 5,06 Meter in den Wettkampf eingestiegen war: Für Dolve, Marvin Caspari (Leverkusen) und den Linz-Sieger Scott Houston – der US-Boy hatte dort mit 5,50 Meter die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen und hernach spontan in Geislingen angfragt, ob er dort starten dürfe – reichte jeweils ein gültiger erster Versuch für den späteren geteilten zweiten Platz. Lamin Krubally (Landau) bewältigte diese Höhe im zweiten Anlauf, was ihm Platz drei bescherte.

Weitere Springer kamen erst gar nicht in die Wertung: Im verbliebenen Acht-Mann-Feld bei 5,26 Meter – darunter der Franzose Baptiste Boirie und Malte Mohr (Wattenscheid) – war Arents der Einzige, der überhaupt die Latte liegen ließ.

Scherbarth, der wie Boirie und Mohr bei dieser Höhe in den Wettbewerb eingestiegen war, hätte zwar noch die Chance gehabt, sich in den nächsten Durchgang zu stemmen. Nach dem zweiten Versuch brach er aber den Wettkampf ab – eine Vernunft entscheidung, die Verletzungsgefahr war einfach zu groß: Der 32-Jährige startet noch in der Fly-Europe-Serie in Paris (13. September) und Rom (20. September) für Deutschland.

„Ich habe schweren Herzens abgebrochen, in dieser Veranstaltung in Geislingen steckt so viel Herzblut, so viel Arbeit“, sagt Scherbarth, der noch unter der Woche mit 5,60 Meter und Platz zwei beim Domspringen in Aachen ein Ausrufezeichen gesetzt hatte: „Ich hatte mir auf jeden Fall vorgenommen, in Geislingen um den Sieg zu springen. Aber bei einer Freiluft-Sportart spielen die Witterungsbedingungen nun einmal eine große Rolle. Hier hatten wir Gegenwind und Regen, das ist einfach kontraproduktiv.“

Für Mohr, der in München lebt und tags zuvor in Linz mit 5,30 Meter Achter geworden war, hatte der Samstag indes schon chaotisch angefangen: Der 31-Jährige war auf der Autobahn im Stau stecken geblieben, kam gerade noch auf den letzten Drücker in Geislingen an und musste sprichwörtlich kalt in den Wettkampf gehen.

„Ich mach’ das ja jetzt schon ein paar Jährchen, ich kenne auf dieser mobilen Bahn meine Anlaufpunkte und brauche jetzt nicht zwingendermaßen ein Einspringen“, sagt Mohr, „so gesehen war alles in Ordnung. Aber leider hat halt der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da steckt einfach im Hinterkopf, dass es gefährlich ist. Deshalb bin ich da leider etwas zögerlich.“ Nach der verpatzten Premiere in Geislingen – Mohr war erstmals am Start – steht für ihn aber schon fest: „Ich würde im kommenden Jahr gerne wieder dabei sein.“

Allem Sauwetter zum Trotz hatten die 600 Zuschauer – zwei Drittel weniger als in den Vorjahren – am Ende doch noch einen Sprung über 5,50 Meter erlebt: Der Franzose Boirie hatte im Showprogramm des Meetings mit Stab und Elektro-Skateboard diesen Satz gewagt. Dabei schießt er auf seinem Board mit gut 40 Stundenkilometer auf die Stabhochsprung-Anlage zu und wuchtet sich dann in die Höhe.

„Die Idee dazu hatte ich 2012. Ich habe das in Clairmont-Ferrand einfach mal zum Spaß gemacht, damals mit einem ganz normalen Skateboard“, erzählt er: „Danach habe ich gemerkt, dass es mit einem elektrischen Board viel besser geht.“ Die Boards wurden immer größer, die Antriebe stärker, „inzwischen ist daraus ein Extremsport geworden“.

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Fehlender Leistungsgedanke, fehlendes Ansehen Leichtathletik

Den Sport plagen Nachwuchssorgen. Ein gesellschaftliches Problem, sagt Richard Spiegelburg.

Geislingen. Beim Geislinger Stabhochsprung-Meeting wurde ein Problem offensichtlich, das nicht nur diese eine Sparte plagt: Zwischen den Arrivierten, den alten Hasen, und dem Nachwuchs klafft eine Lücke: Tobias Scherbarth ist 32, Malte Mohr 31, Karsten Dilla 28 – ebenso alt die aktuelle deutsche Nummer eins, Raphael Holzdeppe. Lamin Krubally und Gordon Porsch als Vetreter der Jung en zählen 22 Lenze, sind aber noch ein ganzes Stück weit entfernt von internationaler Klasse.

„Im deutschen Männer-Stabhochsprung klafft eine kleine Lücke“, bestätigt auch Richard Spiegelburg, Trainer von Silke Spiegelburg sowie bei der LG Filstal, die in Felix und Oskar Neudeck (beide TGV Holzhausen) zwei der größten deutschen Talente in ihren Reihen hat. „Wir haben aktuell zu wenig, was von unten nachrückt und drückt“, sagt Spiegelburg: „Ich hoffe aber mal, das ist nur ein kleines Tief, das sich wieder gibt.“

Beschwören will es der 40-Jährige allerdings nicht. „Das Problem betrifft nicht nur den Stabhochsprung und die Leichtathletik, man kann es auf alle olympischen Sportarten beziehen.“ Die Gesellschaft sei nicht mehr so sportbegeistert wie früher – und zwar in dem Sinne, selbst Sport zu treiben. „Da gibt es noch die Trendsportart Fußball, zu der die Leistungswilligen hingehen. Da bleibt dann nicht mehr viel übrig für die anderen Sportarten.“

Allerdings ist Spiegelburg weit davon entfernt, König Fußball an den Pranger zu stellen, ihm die ganze Malaise im Sport anzuhängen. „Die Frage ist doch vielmehr: Wie kann man den Leistungssport im allgemeinen – sofern man es denn will – wieder mehr fördern?“, sagt er

Da sieht er die gesamte Gesellschaft in der Pflicht, allen voran die (Bildungs-) Politik und in der Folge die Schulen. „Sport muss in der Schule wieder besser etabliert werden. Es fehlt meiner Ansicht nach der Leistungsgedanke, im Sportunterricht wird er immer mehr herausgenommen. In anderen Fächern ist das undenkbar.“

Ein weiteres Problem: „Leistungssport ist in der westlichen Welt nicht mehr so angesehen“, betont Spiegelburg: „Man sieht es schon an den olympischen Spielen. Welche westliche Gesellschaft möchte überhaupt noch diese Spiele austragen?“ Auch Hamburg und München hätten nach Bürgerentscheiden auf ihre Bewerbungen verzichtet. Spiegelburg: „Und für das, was nicht angesehen ist, gebe es nun einmal weniger Sponsoren und damit weniger Geld.“ ⇥Jochen Weis

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