Handball BWO-Liga Frauen: FSG Donzdorf/Geislingen – HSG Mannheim 23:23

Jochen Schreitmüller – 23.04.2018

Mit einer schier unglaublichen Energieleistung drehte die FSG Donzdorf/Geislingen fünf Minuten vor Schluss den Vier-Tore-Rückstand gegen die HSG Mannheim und gewann wenigstens beim 23:23 Unentschieden einen weiteren Punkt gegen die drohende Relegationsgefahr. Da der direkte Konkurrent Heidelsheim/Heimsheim in Pforzheim unterlag, schob sich die FSG auf den sicheren neunten Tabellenplatz. Allerdings beträgt der Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Spielen nur ein winziges Pünktchen und somit muss weiter mindestens bis nächsten Sonntag gezittert werden. Dann empfängt die FSG die HSG Strohgäu in der Donzdorfer Lautertalhalle.

Während die Moral und die kämpferische Einstellung vorbildlich war, ließ vor allem die Angriffsleistung in der ersten Hälfte sehr zu wünschen übrig. Abspielfehler und das Auslassen klarster Chancen versetzten die Zuschauer in ungläubiges Staunen. Insgesamt ließ die FSG auch vier Strafwürfe liegen, denen ‚frau‘ auch am Ende noch nachtrauern sollte. Vier Tore und ein 4:8 Rückstand war die magere Bilanz nach fünfzehn Minuten. Zum Glück punkteten die Mannheimerinnen fast nur im Schnellangriff, denn die flexible Abwehrtaktik gegen die groß gewachsenen Rückraumspielerinnen hatte den Positionsangriff der Gäste gut im Griff. Allen voran die beiden Youngster Jaqueline Kube und Silke Lutz, die eine fast fehlerlose Abwehr spielten und keinen Durchbruch auf ihrer Position zuließen. Hinzu kam eine sehr gut aufgelegte Miriam Sperr im Tor der FSG, die nicht nur in dieser Phase einige wichtige Bälle entschärfte. Trainer Hans-Jürgen Beutel reagierte mit seiner ersten Auszeit und spielte fortan mit der siebten Feldspielerin. Damit erhöhte er den Druck auf die Gästedeckung und brachte deutlich mehr Ballsicherheit ins eigene Angriffsspiel. Der Lohn war der 9:11 Anschlusstreffer durch Anja Heidinger in der 27. Minute. Bezeichnend dann für beide Teams war, dass bis zur Pause kein Treffer mehr gelang.

Den besseren Start nach dem Wechsel hatten die Nordbadenerinnen. Sie profitierten von drei Zeitstrafen und einer Sechs gegen Vier-Überzahl und erhöhten nach fünf Minuten auf 11:15. Danach erging es den Gästen genau umgekehrt, denn ihre torgefährliche Kreisläuferin erhielt nach der dritten Zeitstrafe die rote Karte und Kube konnte von Rechtsaußen auf 15:17 verkürzen. Auf die beiden Tore von Marcia Sedlaczek und Silke Lutz, die auch im Angriff ein glänzendes Spiel ablieferte, antwortete Mannheim postwendend und erzielte in der 47. Minute das 17:19. Danach war es zum Haare raufen, denn trotz Überzahl vergab die FSG die Angriffe viel zu leichtsinnig und beim 19:23 fünf Minuten vor Spielende schien das Schicksal besiegelt. Aber jetzt waren es die erfahrenen Spielerinnen Anja Heidinger und Marilena Costanzo, die Verantwortung übernahmen und mit unbändigem Einsatz vier Treffer in Folge zum nicht mehr geglaubten Ausgleichstreffer zum 23:23 erzielten. Zwanzig Sekunden vor Schluss hatte die FSG sogar nochmal Ballbesitz, kam aber leider nicht mehr zum Abschluss.

Es spielten für die FSG: Sperr, Trzaska; Sedlaczek (2), Heidinger (8/5), Kube (2), Clement, Costanzo (3), Seele (1), Schreitmüller, Hendlmeier, Härringer, Lutz (7/4)

 

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