Wasserläufer vom Bodensee pulverisiert Uralt-Rekord DEE-Citylauf Florian Röser aus Konstanz gewinnt die zehn Kilometer im Regen und verbessert Brucks-Bestmarke von 2003 um 50 Sekunden. Von Thomas Friedrich

Der Streckenrekord hat 14 Jahre lang gehalten. 2003 war Markus Brucks vom Spardateam Rechberghausen die zehn Kilometer durch die Geislinger Innenstadt in 32:16 Minuten gelaufen. Jahr für Jahr scheiterten alle Versuche, diese Zeit zu unterbieten. Am vergangenen Freitag, bei der 16. Auflage des Citylaufs, fiel die Marke endlich. Und das sogar im strömenden Regen. Florian Röser vom TV Konstanz pulverisierte den Uralt-Rekord und lief 50 Sekunden schneller.

Röser kennt sich mit Wassermassen aus. Er kommt vom Bodensee. Am Freitag hätte ihn nur einer schlagen können: Jesus Christus, der am besten von allen über Wasser gehen kann. So aber lief der 24-jährige Konstanzer dem Mammutfeld voraus. 476 Läufer standen am Start des Hauptlaufs über fünf oder zehn Kilometer, so viele wie noch nie.

Uli Mutscheler bekam bereits vor dem Rennen einen ersten Eindruck, wer Favorit sein könnte. Der Geislinger hatte beim gemeinsamen Aufwärmen „schon gesehen, dass der rennen kann“. Er behielt recht. Schon nach der ersten von sechs Runden lag Röser auf Rekordkurs und hatte seine Verfolger Darko Tesic vom SSV Ulm und Vorjahressieger Marcus Büchler (AST Süßen) fast schon abgehängt. Spätestens nach der zweiten Runde stand der Sieger fest, der Konstanzer hatte seinen Vorsprung auf Tesic auf 52 Sekunden ausgebaut. Der Ulmer verlor immer mehr an Boden und war froh, wenigstens Büchler in Schach zu halten. Ins Ziel lief Röser fast drei Minuten früher als Tesic.

Schnellste Frau war Susanne Hafner, die in 38:43 Minuten Streckenrekord-Inhaberin Sigrid Mutscheler im Spurt um sechs Sekunden hinter sich ließ. Über fünf Kilometer triumphierten Marcel Shtyrko in 18:56 Minuten und Vorjahressiegerin Amelie Sauner (LG Filstal) in 21:08 Minuten. Die Geislingerin verbesserte ihren eigenen Streckenrekord um fast eine Minute.

Zum vierten Rekord des Tages neben Röser, Sauner und den Hauptlauf-Teilnehmern trugen die Kinder bei. Zu den Einzel- und Staffelrennen kamen so viele, dass die Gesamtteilnehmerzahl auf 1390 kletterte. So viele liefen beim DEE-Citylauf noch nie.

Die Geislinger Wasserspiele halten regenerprobte Läufer nicht ab. Nur die Zuschauer machten sich rar. Wer dennoch gekommen war, verkrauchte sich unter seinem Regenschirm in Zweimannzelt-Größe. Am besten hatten es noch die Bambini. Beim Start ihrer Rennen um 17 Uhr nieselte es nur. Die volle Breitseite des gefürchteten Geislinger Citylauf-Wetters bekamen die Älteren ab. Manche, wie Röser und Sauner, laufen auch und gerade im Regen schnell.

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