Stabhochsprungmeeting am 08.09.18: Internationale Asse pokern noch

Geislinger Zeitung – Thomas Friedrich  – 14.08.2018

Fünf Athleten haben bislang für das Meeting in der Geislinger Fußgängerzone fix zugesagt. Diesmal haftet dem Wettbewerb am 8. September auch offiziell ein internationales Etikett an.

Bislang hat die TG Geislingen noch ein wenig geschummelt. Damit ist es jetzt vorbei. In den vergangenen Jahren deklarierte sie ihr Stabhochsprungmeeting in der Geislinger Fußgängerzone stets als nationales Event, obwohl der Anteil ausländischer Springer meist über der dafür erlaubten Grenze von zehn Prozent der Teilnehmer lag. 600 Euro mehr kostet die Genehmigung für ein internationales Meeting, für eine kleine Veranstaltung wie die in Geislingen ein gewaltiger Unterschied. Diese Summe müssen die Organisatoren jetzt zusätzlich hinlegen.

Die TG habe vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) „einen bösen Brief bekommen“, sagt Meeting-Direktor Klaus Täubert. Künftig muss er das Stabhochsprung-Meeting in der Fuzo als internationalen Wettkampf ausweisen, weil auch weiterhin mehr als nur ein Ausländer in Geislingen springen soll.

Für das kommende Meeting am 8. September liegt der Ausländeranteil derzeit bei 20 Prozent. Bis gestern Nachmittag haben fünf Springer fix zugesagt, einer davon ist Stanley Joseph. Der Franzose, Sieger von 2016, macht nach einem Jahr Zwangspause (sein Manager hatte ihn im Vorjahr statt nach Geislingen zu einem Meeting nach Newcastle beordert) diesmal wieder Station in der Fuzo.

Stanley Joseph aus Frankreich, der Meeting-Sieger von 2016, nimmt in diesem Jahr wieder Anlauf in der Geislinger Fußgängerzone. Foto: Thomas Madel

Dabei trifft er mindestens auf vier Deutsche. Lokalmatador Jakob Köhler-Baumann (LG Filstal) hat im Juni seine persönliche Bestleistung auf 5,41 Meter geschraubt und will sie vor heimischem Publikum weiter verbessern. Im Juli holte er bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg mit 5,40 Metern Bronze, höhengleich mit Daniel Clemens vom LAZ Zweibrücken. Der Trainingskollege von Raphael Holzdeppe hat sein Kommen fix zugesagt. Dasselbe gilt auch für Lamin Krubally und Dennis Schober (beide ASV Landau).

Ein fünfter Deutscher hat gestern abgesagt. Torben Laidig vom LAV Tübingen, Deutscher Vize-Meister und EM-Teilnehmer von Berlin, hat vorläufig genug vom Stabhochsprung. Seine Saison läuft seit Januar ohne Unterbrechung, jetzt ist Urlaub angesagt.

Täubert und sein TG-Kollege Walter Straub haben weitere Springer an der Angel. Nach dem Ende der Europameisterschaft kann alles schnell gehen. Bis dahin zögerten viele Athleten mit ihrer Planung, wollten sich nicht zu früh auf kleine Meetings festlegen. Nach einem Top-Resultat in Berlin hätten sie sich die lukrativsten Sportfeste aussuchen können.

Einige internationale Asse will Täubert noch verpflichten. Der Lette Mareks Arens gehört fast schon zum Stamm in der Fuzo, der Norweger Eirik Dolve ist auf dem besten Weg dazu und hat womöglich einen Hochkaräter im Schlepptau. Dolve hat angedeutet, eventuell seinen 17-jährigen Landsmann Pål Haugen Lillefosse mitzubringen, mit 5,46 Metern Inhaber des U 18-Weltrekords. Baptist Boirie hat „zu 80, 90 Prozent“ zugesagt, erklärt Täubert. Der Franzose springt im Wettkampf mit und bietet zudem eine Show-Einlage: Mit dem E-Skateboard als Anlauf-Hilfe soll’s über sechs Meter gehen.

„Wir kriegen noch einige gute Springer nach Geislingen“, sagt Täubert zuversichtlich. Insgesamt sollen am 8. September wieder zehn bis zwölf Athleten starten. Auf die Besten warten neben den Antrittsgeldern kleine Prämien: 100 Euro für den Dritten, 200 für den Zweiten und 300 für den Sieger. Der darf zudem noch einen Flachbild-Fernseher mit nach Hause nehmen – falls er die dafür erforderliche Höhe übersprungen hat. Die legt der Veranstalter erst fest, wenn das Teilnehmerfeld komplett ist und die Wetterbedingungen absehbar sind. „Wenn’s wieder so schüttet wie im vergangenen Jahr kann man keine Fünffünfzig vorgeben“. erklärt Täubert.

Leichtathletik: Auf Goldkurs bis zum letzten Wechsel

Uli Bopp – 05.08.2018

Bei den Süddeutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Walldorf hatte das U16-Quartett der LG Filstal Pech, als es in Führung liegend beim 3. Wechsel patzte und disqualifiziert wurde. Somit war die schnellste Staffel, die in der Besetzung Clairline Liebl, Mia Herrmann, Amelie Frech und Mara Mauser in diesem Jahr schon 48,56sec gelaufen war, aus dem Rennen und die MTG Mannheim konnte sich mit 49,27sec den Titel holen. In Bochum / Wattenscheid bei den Deutschen Meisterschaften haben die Vier dann in 14 Tagen erneut die Chance, Ihr Können zu zeigen.

Mia Herrmann (W15) bot über 100m trotz dieses Missgeschicks eine Klasseleistung. Sie sprintete im Zwischenlauf als Siegerin 12,23sec, was für sie eine neue persönliche Bestleistung und Verbesserung ihres Kreisrekords (12,36sec) bedeutete. Im Endlauf musste sie nur Melanie Steibl von der LG Filder den Vortritt lassen, die sich in 12,23sec den Titel sicherte. Mia blieb in 12,30sec knapp dahinter und konnte die Silbermedaille erringen, eine Hundertstelsekunde vor der Tübingerin Kaya Jauch. Im Weitsprung gelang Mia gleich im ersten Versuch ein weiter Satz. Mit 5,45m egalisierte sie ihre Bestleistung und landete dabei auf Rang vier im Endklassement und verfehlte die Bronzemedaille um acht Zentimeter. Mara Mauser, ebenfalls W15, sprang hier mit 5,25m auf Rang acht. Noch besser lief es für sie im 80m-Hürdensprint. Sie überstand die Vorläufe, stellte im Zwischenlauf mit 11,92sec ihre Bestleistung ein und belegte im Endlauf mit 12,04sec einen guten sechsten Platz. Im Stabhochsprung schwang sich Clairline Liebl (W15) über 2,80m und stellte damit ihre persönliche Rekordmarke ein. Im Endergebnis bedeutete diese Höhe Platz sechs. Dea Gashi (W15) stieß die Kugel als Fünftplatzierte diesmal auf eine Weite von 12,54m und  verfehlte damit Bronze um nur 9cm und Silber um 17cm. Leider konnte die Bollerin nicht ganz an die Form von vor einigen Wochen anknüpfen, in der sie schon über 13,37m gekommen war, was hier zum Titel gereicht hätte. Auch für Hannah Geiger (W15) von der LG Lauter lief es im Speerwerfen nicht ganz optimal. Sie warf gut, kam auf 35,94m und wurde Fünfte. Angesichts ihres schon in diesem Jahr gezeigten Potentials (38,40m) hätte man der Donzdorferin auch schon mal einen Podestplatz gewünscht.

In der Altersklasse W14 ging es Carla Kussmaul ganz ähnlich. Vor Wochen hatte sie noch überragende 1,68m im Hochsprung geschafft, doch leider konnte sie diese tolle Form nicht konservieren. Zudem hatte sie auch noch Pech. Sie übersprang wie weitere sieben Springerinnen die Höhe von 1,56m und kam nach der Fehlversuchsregel auf Rang sechs. Mit drei Fehlversuchen weniger wäre Bronze möglich gewesen. Im 80m-Hürdenlauf war für Carla nach ordentlichen 12,93sec Endstation. Die Bollerin hätte schon ihre Bestzeit von 12,56sec unterbieten müssen, um in den Endlauf zu kommen. Diskuswerferin Elena Grünenwald (W14) platzierte sich mit 24,46m auf Rang 12.

Beim Stabhochsprung der Männern U23 war Fabian Brummer mit Niklas Meier von der LG Filder zwar Bester des Jahrgangs 2000, doch war er mit seinem Sprungergebnis von 4,40m und Platz fünf nicht zufrieden. Der zwei Jahre ältere Julian Otchere von der MTG Mannheim holte sich mit 5,20m unangefochten den Sieg vor seinem Teamkollegen Kai Winne mit 4,70m. Den schwierigsten Part aller Teilnehmer aus dem Kreis hatte bei den hohen Temperaturen Ausdauersportler Jannik Windelband. Über 3000m kam der M15-Läufer von der TSG Eislingen nach 10:57,26min als Achter ins Ziel.

Leichtathletik: Württembergische U16-Meisterschaften in Heidenheim

Uli Bopp – 30.07.2018

Mädchen holen die (meisten) Medaillen

Die Mädchen der LG Filstal sorgten am Samstag bei den Meisterschaften für die Mehrzahl der 12 Medaillen, die in den Kreis Göppingen gingen.

Einzig Hannah Geiger von der LG Lauter konnte sich im Speerwerfen W15 mit einem dritten Platz noch zusätzlich in die Medaillenränge schieben. Mit der Weite von 35,15m war sie jedoch nicht unbedingt ganz glücklich, denn eine Woche zuvor hatte sie in Stuttgart über vier Meter weiter geworfen, was ganz locker diesmal zum Titel gereicht hätte.

Die einzige Goldmedaille schaffte in der Altersstufe W14 Amelie Frech, die sich insgesamt mit mehreren Bestleistungen in einer super Form präsentierte. Mit 1,57m gewann sie den Hochsprung vor ihrer Teamkameradin Carla Kussmaul, die 1,54m übersprang und eigentlich mit einer Bestleistung von 1,68m favorisiert war. Die Beiden stellten auch im Weitsprung neue Bestmarken auf. Mit ihren 5,39m holte sich Amelie Bronze, Carla blieb mit 5,08m auf dem vierten Platz. Dieselbe Platzierung gab es für sie mit neuer Bestzeit von 12,56sec im 80m-Hürdenlauf. Auch Amelie war mit 12,35sec so schnell wie noch nie und holte sich mit dieser Leistungssteigerung eine Silbermedaille knapp hinter der Holzgerlingerin Seraphina Schaper (12,29sec). Über 100m wurde Amelie in 13,21sec im B-Finale Zweite, Sofia Jaschek in 13,50sec Vierte, wobei sie im Vorlauf mit 13,31sec deutlich schneller unterwegs gewesen war. Noch eine weitere Bronzemedaille gab es für die LGF durch Stabhochspringerin Lisa Baumgartner, die sich über 2,30m schwang. Im Hochsprung schaffte sie 1,40m, was ihr Platz 12 einbrachte. Die Bollerin Carla Kussmaul musste an diesem Tag im Speerwerfen zum dritten Mal mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden sein. Mit 29,44m verpasste sie Bronze nur knapp. Teamkollegin Elena Grünenwald warf 24,20m und wurde Dreizehnte. Das Kugelstoßen beendete Elena mit 8,44m auf Rang zehn und im Diskuswerfen schaffte sie mit 25,75m und Rang sechs ihre beste Platzierung.

In der Altersklasse W15 hatte man sich einiges erhofft – und die älteren Wettkämpferinnen konnten die Erwartungen auch erfüllen.

Mia Herrmann sprintete über 100m in neuer Bestzeit von 12,36sec auf den Silberrang. Vierte wurde im A-Endlauf Clairline Liebl. Mara Mauser als Sechste in 13,03sec vervollständigte den starken Auftritt der LGF-Sprinterinnen. Über 80m-Hürden schaffte es Clairline Liebl ins B-Finale, wo sie die fünftbeste Zeit mit 13,10sec lief. Mara Mauser musste als LGF-Athletin mit der schnellsten Meldezeit aufgeben. Sie hielt sich dafür aber im Hochsprung mit guten 1,56m und einer Bronzemedaille schadlos. Im Weitsprung lief es für Mara ebenfalls gut. Sie konnte sich auf 5,30m steigern und holte eine weitere Bronzemedaille. Mia Herrmann zeigte  einen weiteren Supersprung, landete bei der neuen Bestmarke von 5,45m und holte sich damit ihre zweite Vizemeisterschaft. Clairline Liebl sprang mit 4,78m auf Platz 12. Im Stabhochsprung konnte Clairline dann voll überzeugen. Sie überquerte 2,70m und konnte damit ebenfalls Silber gewinnen. Eine weitere Silberne fürs Team holte Dea Gashi mit einer Weite von 12,54m im Kugelstoßen. Schade, dass die Bollerin ihre Weite von vor einer Woche nicht wiederholen konnte. Ihr Stoß über 13m hätte diesmal locker zum Titel gereicht.

Ben Heller verbesserte sich im 100m-Sprint Finale der Jungen M15 auf gute 11,81sec und holte sich zeitgleich mit Louis Haueise, LAZ Ludwigsburg, die Bronzemedaille. Gold ging ungefährdet an den Weinheimer Philipp Bauer in 11,32sec. Heller kam nach einer guten Serie von Sprüngen im Weitsprung auf 5,86m und Platz 5. Jannik Windelband von der TSG Eislingen wurde im zweiten Vorlauf über 800m Zweiter in persönlicher Bestzeit von 2:16,98min, was dann Platz 11 im Gesamtklassement bedeutete.

Jonas Baumhauer, LG Lauter, schaffte in der Altersklasse M14 über 800m ebenfalls Rang 11. Auch seine Zeit von 2:23,06min bedeutete für den jungen Mittelstreckler einen neuen persönlichen Rekord.

Leichtathletik: U20-DM – Schwerer Stand im hohen Norden

Uli Bopp – 30.07.2018

Das LG Filstal-Duo Lisa-Maria Oechsle und Fabian Brummer waren die einzigen Teilnehmer aus dem Kreis, die die lange Fahrt nach Rostock zu den Deutschen Jugendmeisterschaften angetreten hatten. Gegen starke Konkurrenz lief es für die U20-Sprinterin aus Deggingen diesmal nicht so gut. Über 100m-Hürden konnte sie sich nach 15,32sec als Vierte im 4. Vorlauf keine Hoffnung auf den Zwischenlauf machen. Auch im 100m-Lauf war nach für sie enttäuschenden 13,02sec nach dem Vorlauf Schluss. Mit ihren vor zwei Monaten gelaufenen 12,23sec wäre für sie da deutlich mehr zu holen gewesen.

Ebenfalls nicht optimal lief es für den Holzhausener Stabhochspringer Fabian Brummer, dem Vizemeister des letzten Jahres. Er überquerte 4,70m und lag bis dahin auf Platz 3. Während er nun dreimal knapp an 4,80m scheiterte, schafften zwei weitere Springer diese Höhe und verdrängten ihn auf Rang 5. Mit der Höhe von 4,95m holte sich Constantin Rutsch von der LG Olympia Dortmund den Titel U20. Brummer hatte eben diese Höhe noch beim Rechberghausener Sprungmeeting gemeistert und konnte so nicht ganz mit seiner Platzierung zufrieden sein.

Das Sportler-Porträt: Thorben Dietz

24.09.2017, BMW Berlin Marathon 2017, Thorben Dietz (LG Vulkaneifel) mit der Start-Nr. 130 wird schnellster Deutscher

Geboren: Oelde (NRW) 27.9.1989
Beruf: Lehrer an der Südstadtgrundschule in Göppingen
Lebenslauf:
– Abitur 2009 in Dorsten
– Studium bis 2014 in Essen
– Referendariat bis 2016 in Essen
Sportliche Laufbahn:
– bis 2010 Jugendtraining in Dorsten mit Teilnahme an nationalen Meisterschaften über 2000/3000 m Hindernis
– 2013 erster Marathon (Frankfurt 2:42 h)
– 2016 zwei Mal deutscher Vizemeister mit der Mannschaft im Cross und Halbmarathon
– 2017 bester deutscher Läufer beim Berlin Marathon (2:19:20 h)
– seit 2018 Mitglied der TG Geislingen und somit bei der LG Filstal
– Bestzeiten: 5000 m 14:20 min, 10 km 29:33 min, Halbmarathon 1:05:50 h, Marathon 2:19 h
Wie sind Sie zur TG Geislingen gekommen?
– Gespräche mit Holger Scheible und Jochen Schreitmüller im September 2017
Trainer:
– Ich organisiere mein Training hauptsächlich selber, Athletiktraining im Respofit unter der Regie von Gerhard Oechsle und Andreas Flaak
Trainingsaufwand:
– 11 bis 13 Einheiten in der Woche (ca. 20 h pro Woche)
– Dauerläufe, Athletiktraining, Tempoläufe
Sportliche Erfolge:
– bester deutscher Läufer beim Berlin Marathon 2017
– 6. Platz Halbmarathon DM 2017
– 7. Platz 10 km DM 2017 (29:33 min)
Meine sportlichen Ziele:
– Qualifikation Europameisterschaften in Berlin 2018 (Marathon)
– Verbesserung meiner Bestzeiten auf allen Strecken
Hobby, Lieblingsbeschäftigung:
– kochen
– Kaffee trinken
– reisen
Lieblingsschauspieler/in:
– Omar Sy
Lieblingsfilm:
– Ziemlich beste Freunde
Lieblingssänger/in:
– Bosse
– Fettes Brot
Lieblingsbuch:
– Wofür stehst du (Giovanni de Lorenzo)
Lieblingsfarbe:
– blau
Hauptcharakterzug:
– Lebensfreude
Meine Schwäche:
– Ungeduld
Was verabscheuen Sie am meisten:
– Krieg und Ungerechtigkeit
Welche natürliche Begabung möchten Sie besitzen:
– Klavier spielen können
Bevorzugter Urlaubsort:
– Lissabon
Lieblingsessen:
– Pfannkuchen
Haustier:
– vielleicht mal einen Hund

Eine Verletzung beim Qualifikationsmarathon in Düsseldorf am 29.04.2018 ließ den Traum von der EM 2018 leider platzen!

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